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UEBER DEN GEGENSEITIGEN EINFLUSS D. GES.- U. TONEMPF.
wurden abwechselnd dem Ohr des zur Untersuchung Dienenden zugeführt, wobei bei hellem Gesichtsfelde ein schwächerer, bei dunklem erst ein stärkerer Ton wahrnehmbar war. Der schwächere Ton wurde soweit verstärkt, bis beide Töne gleich stark schienen. Nun konnte der Einfluss des einen Sinnesorgans auf das andre schon bestimmt werden, entweder durch die Amplitudenveränderung der Luftschwingungen oder durch die Veränderung der 1 onstärke, welche zur Aufhebung des Einflusses des Gesichtssinnes nötig war. Als Tonquelle diente eine Telephonplatte, welche durch eine M. Wien’sehe Q Wechselstromsyrene in Schwingung versetzt wurde. Durch Einschaltung von Widerständen lässt sich die Schwingungsweite der Platte verändern. Indem man zur Aufhebung der Obertöne eine Resonanz im System aufstellt, gewinnt man die Möglichkeit, wenn der Widerstand der Kette bekannt ist, das Verhältnis der Amplituden der Stromstärken, und folglich das Verhältnis der Schwingungsamplituden der Platte zu messen. In einer Reihe von Versuchen wurden bald grössere, bald kleinere Widerstände mittels des Morse’schen Schlüssels eingeschaltet. In einer andern Versuchsreihe erzielte man die Widerstandsveränderung durch Einschieben des Drahts in das Rohr mit dem Elektrolyten. Mit der Veränderung der Tonstärke veränderte sich zugleich die Lichtstärke. Als Lichtquelle diente das stark beleuchtete Gesichtsfeld eines Fernrohrs, vor welchem ein undurchsichtiger Schirm bewegt wurde. Indem man die Intensität des Lichtes durch den Schirm und gleichzeitig die Tonstärke durch passende Widerstände verändert, erreicht man schliesslich, dass die Stärke des Tons im Dunkeln und im Hellen keinen Unterschied aufweist.
Ausser Wien’s Syrene wurde behufs Controlle der Resultate als Quelle der Wechselströme Bernstein’s Unterbrecher mit einer dem Grundton der Telephon-platte entsprechenden Anzahl von Unterbrechungen benutzt. Dieser Unterbrecher war in den Primärkreis des Dubois-Reymond sehen Apparats eingeschaltet, wärend die Secundärspirale mit dem Telephon verbunden war. An der Telephon-platte war ein Spiegelchen befestigt, dessen Bewegungen mit dem Fernrohr beobachtet und dadurch das Verhältnis der Schwingungsweiten der Platte gemessen werden konnte.
Resultate. Bei der Verdunkelung und Beleuchtung des Gesichtfeldes erfolgte bei mittelstarken Tönen in allen von mir untersuchten Fällen Abschwächern^, resp. Verstärkung der Tonempfindung. Die Verstärkung entsprach dem stärkeren Lichte. Diese Erscheinung lässt sich sehr deutlich wahrnehmen, wenn man die Lichtquelle scharf ins Auge fasst. Hört man dem Schall aufmerksam zu, so schwächt man dadurch den Einfluss der Gesichtsempfindungen ab. Wie die Versuche gezeigt haben, spielt die Grösse des beleuchteten Feldes eine bedeutende Rolle. Die schärfste Abschwächung und Verstärken0’ des Tons wird bei einer grossen beleuchteten Fläche beobachtet. Ist das Gesichtsfeld sehr klein, so kann, wie hell es auch beleuchtet sei, ein Einfluss des Gesichts auf das Gehör nicht wahrgenommen werden. Die Erscheinung der Verstärkung und Abschwächung der Gehörempfindung in Abhängigkeit von der Intensität des Lichtes ist auch bei der Knochenleitung des Tons bewiesen.
') Pliysikal. Zeitschrift. 1903. S. G9—70. 1901. 245.