﻿U EBE R PEN GEGENSEITIGEN EINFLUSS 1). OES. U. OEIIÖREMPF.
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Die Gehörgänge des zum Versuch dienenden Subjects werden verschlossen und diesem eine tönende Stimmgabel auf den Scheitel gesetzt. Wird das Gesichtsfeld bald beleuchtet, bald verdunkelt, so können dieselben Erscheinungen wie bei der Leitung durch die Luft wahrgenommen werden. Sogar ein perforates Trommelfell verhindert diesen Einfluss nicht. Somit hängen die Veränderungen der Tonempfindungen nicht von reflectorischen Bewegungen der an den Gehörgängen liegenden Muskeln oder von der reflectorischen Zusammenziehung des m. tensor tympani ab. Ich erwähne dieser Einflüsse deshalb, weil durch Schlüssen der Augen im Dunkeln, d. h. bei Abwesenheit des Lichtreizes, unsere Tonempfindungen verändert werden, obgleich letzgenannter Einfluss sehr gering ist.
Um störenden Einflüssen bei den Messungsversuchen vorzubeugen, wurde ein nicht zu grosses, von Gegenständen, welche die Aufmerksamkeit ablenken konnten, freies Gesichtsfeld gewählt. Damit keine Bewegung stattfinden könne, wurde das Auge an die Ocularöffnung fest angedrückt.
Bei den meisten der untersuchten Personen war der Einfluss nicht gross, und musste die Amplitude der Luftschwingungen ungefähr um V5 oder etwas mehr vergrössert werden, um den Einfluss der Lichtempfindung aufzuheben. Somit übertrift die Stärke des Einflusses den kaum merklichen Reiz bei derselben Tonstärke nur um ein weniges. Wenn wir zwei Töne derartig wählen, dass sie bei Licht und im Dunkeln gleich stark gehört werden, so wird der der Dunkelheit entsprechende Ton bei gleichmässigen Lichte sich als der stärker»' kundgeben. Dies beweist, dass die Grösse des Einflusses die kaum merkliche Steigerung der Empfindung übertrifft. Die unmittelbaren Messungen letztgenannter Grösse, welche von mir gemacht wurden, bestätigen diesen Schluss. Grössere Werte hatte ich Gelegenheit nur bei zwei Personen zu beobachten (die Schwingungsamplitude musste um die Hälfte vergrössert werden, um den Einfluss des Gesichtsorgans zu aufheben). Gewohnheit übt auf den in Rede stehenden gegenseitigen Einfluss der Sinnesorgane keine merkliche Wirkung aus. Im Laufe von drei Monaten wurde alle 4—5 Tage bei den erwähnten zwei Personen die Grösse des Einflusses auf obenbeschriebene Weise untersucht, und es erwies sich, dass die Schwankungen in der Intensität desselben die möglichen Beobachtungsfehler nicht überstiegen. Nach sechs Monaten untersuchte man eine dieser Personen aufs neue, und erhielt denselben Wert. Folglich verändert sich die Stärke des Einflusses mit der Zeit nur unbedeutend.
Die Einwirkung von Dunkelheit und Licht- dauerte in den oltenbeschriebenen Versuchen 1 — 2 Sekunden. Eine solche Frequenz des Wechsels erwies sich am vorteilhaftesten. Bei 4-maligem Wechsel von Licht und Dunkel in der Sekunde verschwindet die Erscheinung.
Der Einfluss der Farben kann bei der von mir angewandten Anordnung des Versuchs leicht bewiesen werden, doch ist es mir nicht gelungen Messungsversuche einzuleiten.
Reizt man das rechte Auge und das rechte Ohr, während das linke Auge verdunkelt ist, und reizt darauf dieses und das rechte Ohr, so wird in beiden Fällen dieselbe Erscheinung von Verstärkung und Abschwächung beobachtet. Die Grösse des Einflusses verändert sich nicht merklich bei gleichzeitiger