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DAS GLOBULIN DER WEISSEN BLUTKÖRPERCHEN.
12 p. 4) Lehrbuch der Tier-Chemie aufgenommen ist. Es muss erwähnt werden, dass Virchow schon im Jahre 1846 (30 p. 86) Eiterkörperchen in concentrirten Salzlösungen oder rsalzhaltigem Wasser“ (s. oben) unter dem Mikroscop beobachtet und dabei bemerkt hatte, dass, während das distillirte Wasser die Körperchen allmälig befeuchtet, von der inneren körnigen und dunklen Masse eine glatte, homogene, dünne, blasse Hülle sich abzutrennen beginnt. Bei beschleunigter Behandlung mit Wasser ist diese Abscheidung der äusseren Schicht nur schwach ausgedrückt; anstatt dessen beobachtet man aber, dass die innere körnige Masse sich lockert, und kleine, blasse, in Wasser unlösliche Teilchen (30 p. 87) in derselben bemerkbar werden; bei längerem Stehen lösen sich jedoch alle Teile der Zelle, die Hülle sowohl und die körnige Masse als auch cler Kern (ib. p. 88). in Salzlösungen auf. In der Folge—nach Virchow—bemerkte Rovida (1867, 22 p. 608) '), während er farblose Blutkügelchen und ihnen ähnliche Gebilde in 5°/0—18% Kochsalzlösungen beobachtete, dass nach dem Versclirumpfen der Körperchen in den erwähnten Lösungen dieselben schon nach 10 Minuten grösser werden, und ein Teil der Körperchen, in welchem keine Körner enthalten sind, heller wird, als er war: manchmal geschieht dies sogar, bevor die Verschrumpfung ein Ende genommen hat. wobei die Zellen einen hellen Tropfen oder eine durchsichtige Randzone ausschei-den. welche in 10%-iger Kochsalzlösung sich dennoch auiiöst 2). Solche durchsichtige peripherische Zonen beobachtete Rovida auch an den farblosen Blutkörperchen von Froschleichen, die 28 Stunden lang bei 17° gelegen hatten. Obgleich dem Autor die Frage sich aufwirft, ob diese Gebilde angesichts der Löslickeit des durchsichtigen Tropfens und der durchsichtigen Randzone in 10%-iger Kochsalzlösung nicht vielleicht aus Myosin bestehen, entschliesst Rovida sich dennoch nicht, irgend einen Schluss über die chemische Natur der künstlich hervorgebrachten Randzone der farblosen Zellen zu ziehen 3). Wie es scheint, waren Virchow’s, Güterbock’s und and. (p. n. 34), vor allem aber M. Schulze’s (28 p. 58) Arbeiten Rovida nicht bekannt, da Schulze unter mehr oder weniger normalen Bedingengen ebenfalls eine äussere hyaline Protoplasmaschicht beobachtet hatte 4). Miescher <20p. 441), der nur Rovida’s Arbeit kannte, bestätigt 5) die Bildung eines hyalinen Saums bei den Eiterkörperchen zuweilen an dem ganzen Umfang, häufig aber in Gestalt einseitiger halbkugeliger Vorsprünge und Fortsätze. Bei fernerer Be-
*) Aus Strieker’s Mitteilung, aus dem Italienischen übersetzt.
■) „Aus den. Furchungskugeln der Froscheier treten die Tröpfchen gleichfalls unter den bereits beschriebenen Umständen aus; doch kommt es hier auch vor, dass sich eine hyaline Rand zone bildet, welche analoge Erscheinungen bietet, d. h. sie verschwindet allmälig“ (22 p. 609).
3) „Der Umstand,, dass die Tröpfchen in der
zehnpercentigen Kochsalzlösung allmälig ver-
schwanden, oder, was richtiger ist, gelöst wurden, legte die Vermuthung; nahe, dass sie aus Myosin bestünden. Ein gleichesgilt für die Randzone der Furchungskugeln, welche1 in der genannten Lösung erscheinen imd. wieder schwinden. Auf Grundlage der nun folgenden Beobachtung muss ich jedoch hinzufügen,"‘dass uns däs Aussehen der -hyalinen Randzohe; neck keihen-
Anhaltspunkt bietet, um auf ihre chemische Beschaffenheit Schlüsse zu ziehen“ (22 p. 609).
4) „Ich habe an verschiedenen Orten darauf aufmerksam gemacht, dass das Protoplasma einer Zelle eine sehr verschiedene Dichtigkeit haben kann......Bei der kleineren Furchung der Em-
bryonalzellen springt die Rinde als hyaline, körnchenfreie Schicht über die körnchenhaltige Substanz vor“ (28 p. 58; s. auch p. 6 u. folg.).
6) Miescher (20 p. 444) beruft sich auf Rovida folgendermaassen: „Sitzungsbericht der Wiener Akademie. Bd. 56 u. a. a. 0.“, wobei indessen in Miescher’s Schrift Rovida’s weder früher noch später erwähnt wird. Mich damit nicht begnügend, ' habe ich sowohl den Anzeiger der Sitzungsb. d. Wien. Ak. als auch andre ähnliche Anzeiger und Berichte- durchgesehen, aber ausser der von uns angeführten Schrift in Bd. 56 d. Sitzungsberichte ' nichts über die Leukocyten gefunden, was mit Rovida-s-Kamen verknüpft wäre.	... i