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DAS GLOBULIN DER WEISSEN BLUTKÖRPERCHEN.
Körper dem Globulin nähern, sondern auch noch darauf, dass, wenn Miescher die Eiterkörperchen noch länger in der Salzlösung gehalten hätte, dieselben sich aufgelöst haben würden. Dies kann auf Grund des von uns Mitgeteilten und Virchow's und Rovida’s Beobachtungen sowohl, als auch derjenigen der Vorgänger und Nachfolger genannter Autoren, endlich auch auf Grund unserer eignen Untersuchungen behauptet werden. 8) Ausserdem gelang es Miescher nicht, diese „hyaline Substanz“ aus der Zelle auszuscheiden. Die dargelegten Beobachtungen Miescher’s, Rovida’s und Virchow’s haben mehr histologische Bedeutung.
Unter den späteren Autoren ist es interessant Kühne (1866, 15 p. 188) zu nennen, der zur chemischen Untersuchung der farblosen Körperchen vorschlug sich der sogenannten Entzündungsmembran zu bedienen, oder solche in der Kälte abgestandenem Pferdeblut zu entnehmen, wobei die weissen Blutkörperchen, die erst später ausfallen, an der Grenze zwischen der Schicht der roten Blutkörperchen und dem Plasma sich sammeln. Desgleichen empfiehlt auch A. Schmidt (1874, 24 p. 354), in der Voraussetzung, dass die fibrinoplastische Substanz ihren Ursprung den farblosen Blutkörperchen (ib.) verdankt, gleich Kühne, behufs künstlicher Darstellung der fibrinoplastische n Substanz (24 p. 355; 25 p. 533) des Seroglobins, die farblosen Körperchen aus abgekühltem Blut zu sammeln.
Hier wollen wir auch Plosz’s (21p. 373) Beobachtungen erwähnen. Um die Leberzellen von den übrigen, wenn auch ziemlich spärlichen Gewebebestandteilen der Leber zu isoliren, hat Plosz die vom Blut befreite Leber zerschnitten und durch nicht zu dichtes Leinen geknetet. Der Zellenbrei wurde hierauf mit 0,75%-iger NaCl-Lösung versetzt und zur Senkung der Zellen hingestellt. Extrahirt man die isolirten und mit Wasser oder 0,75-procentiger NaCl-Lösung erschöpften Zellen mit 10% NaCl-Lösung, so bekommt man reichliche Mengen eines bei 75° C. coagulirenden Eiweisskörpers in Lösung. Derselbe ist durch viel Wasser, sowie durch concentrirte NaCl-Lösung im Ueberschuss, oder Einträgen von NaCl-Stückchen fällbar. Der Körper wäre demnach, meinte Plosz (ib. p. 377), den globulinartigen Eiweisskörpern zuzurechnen.
Ferner bedient sich Wooldridge (1881, 31 p. 395) zur Abtrennung der weissen Blutkörperchen, wie er es schon mit den roten gethan hatte (p. n. 27—8), der Centrifuge. Um bei irgend einer der vorgeschlagenen Manipulationen dem Gerinnen vorzubeugen, lässt Wooldridge das Blut aus den Blutgefässen unmittelbar in das nämliche Volum halbgesättigter Magnesiumsulfatlösung einfliessen. ln einem anderen Falle injicirte Wooldridge, um Blutgerinnung zu verhüten, nach Schmidt-Mühlheim’s (27 p. 33) und Fano’s (5 p. 277) Methode eine Peptonlösung in die Blutgefässe der Tiere. In beiden Fällen wurde die Flüssigkeit mit Aether bis zur Extraction des Hämatoglobins behandelt, wobei im letzteren Falle Magnesiumsulfatlösung zugesetzt werden musste, weil sonst das Blut gerann, sobald der Aether zugegossen wurde. Nach der Zerstörung der Körperchen durch den Aether wurde das Blut in beiden Fällen mehrere Stunden centrifugirt, wobei sich ein farbloses Gerinnsel in Gestalt einer Scheibe ausschied, welches aus Kernen, zerrissenem Protoplasma und kaum wahrnehmbaren Fäden (31 p. 395) bestand.
Es ist interessant, dass Wooldridge überzeugt ist, er habe hier—in dieser Scheibe—nur farblose Blutkörperchen erhalten, die er deshalb mit ätherhaltigem Wasser auswäscht. Allein der Zweifel, ob die Zellen hier keinen materiellen Schaden erlitten haben, was nur ausgeschlossen sein würde, wenn dieselben lebendig geblieben wären, veranlasst Wooldridge zur Gewinnung der farblosen Körperchen ein anderes Verfahren zu suchen.
Es bedarf wohl kaum der Bestätigung, dass das soeben beschriebene Ve-