﻿DAS GLOBULIN DER WEISSEN BLUTKÖRPERCHEN.
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fahren in keinem Falle eine Gewinnungsmethode der farblosen Körperchen aus dem Blute genannt werden könne. Als Argument zu Gunsten des Nichtvorhandenseins von Stromata der roten Blutkörperchen in den oben beschriebenen Niederschlägen führte Wooldridge an, dass durch Aetherzusatz die Stromata so stark aufquellen, dass die Centrifugalkraft sie aus der Flüssigkeit nicht mehr auszuscheiden vermag Volle Beachtung aber verdient die Gewinnung der Körperchen aus den Lymphdrüsen. Wooldridge (31 p. 397) empfiehlt die Drüsen von Hunden oder Kälbern (ih. p. 404) mit 0,5°/o-iger Kochsalzlösung zu waschen, zu zerschneiden und dann die Zellen durch Leinwand durchzupressen. Alles durch die Leinwand Durchgelaufene wurde mit 0,5%-iger Kochsalzlösung versetzt und centri-fugirt. Die unter der Einwirkung halbgesättigter Magnesiumsulfatlösung oder des Plasma peptonisirten Blutes ausgeschiedenen Körperchen zerfallen, wobei die Kerne sich nicht verändern, der übrige Teil der Zellen sich aber in eine fibrinähnliche Masse verwandelt (31 p. 397 u. 404). Die auf solche Weise gereinigten Körperchen lösen sich weder in Chlorwasserstoffsäure 2%0 noch in wässerigen Chlornatriumoder Magnesiumsulfatlösungen, werden aber leicht von verdünnten Alkalien aufge-gelöst (ib. p. 399). Doch findet Wooldridge, dass der aus Lymphzellen bestehende Niederschlag in 2°/0-iger Chlornatrium- oder Magnesiumsulfatlösung in einigen Minuten sich in ein gemeinsames Coagulum verwandelt, welches, mit einem Glasstäbchen gehoben, das Aussehen eines zähen Schleimes hat. In Wasser eingebracht, fällt das Coagulum in Gestalt einer weissen Masse zu Boden. Nicht genug: sogar 0,5%-ige Kochsalzlösung extrahirt aus den Körperchen soviel Prote'insubstanz, dass durch grössere Wassermengen nicht nur Trübung sondern auch Membranen erzeugt werden (ib. p. 404)! Im allgemeinem glaubt Wooldridge, in den Zellen der Lymphdrüsen seien Substanzen enthalten, welche zur Bildung von Fibrin dienen können (ib. p. 410). Hier verdient auch noch das Verfahren Erwähnung, dessen zuerst Samson-Himmelstjerna (1885, 11 p. 15). später Schwartz (1888, 29 p. 6) zur Abtrennung der farblosen Körperchen aus dem Blute sich bedienten, welches aber, den Worten des ersteren nach, ihrem Lehrer Al. Schmidt gehört. 100 cc. rasch abgekühltes Pferdeplasma wurden in die 80-fache Menge (8 Liter) Eiswasser gebracht und 24 Stunden an einem kalten Orte stehen gelassen. Dann wurde die trübe Flüssigkeit von dem Niederschlage abgegossen, dieser mit neuen 8 Litern Eiswasser ausgewaschen, und so bis 3-mal (23 p. 15). Dann wurden circa 15 cc. des Niederschlags behufs besserer Abtrennung der Körperchen in 2 Probirröhrclien centrifugirt. Unter dem Mikroscop ersah man, dass der auf diese Weise gesammelte Niederschlag ausschliesslich (?) aus farblosen Körperchen bestand; ein Teil derselben war garnicht verändert, die andern hatten eine ganz glatte Oberfläche, wie homogene Kügelchen sie haben, und waren vergrössert, doch waren hie und da auch, freie Körnchen zu bemerken. So beschreibt den Gewinnungsprocess dieser Körperchen Samson-Himmelstjerna (ib. p. 15—16). Ebenso verfuhr Schwartz; obgleich er nur die 70-fache Menge Eiswasser im Vergleich zum Plasma nahm, spricht er sich schon bestimmter auch darüber aus, dass neben den farblosen Körperchen unter dem Mikroscop stets eine feinkörnige Masse beobachtet wird, welche, wie auch schon Krüger erwähnte hatte, aus Seroglobin besteht (29 p. 6). Abgesehen davon, dass während des Abstehe as des Pferdeblutes die Hauptmasse
') „Ferner wäre an eine Verunreinigung der farblosen Zellen durch Stromata der rotlien Scheiben zu denken. Vor diesem Fehler kann man sich leicht schützen durch einen Zusatz von
Aether zu den zum Auswaschen benützten Flüssigkeiten; hierdurch quellen die Stromata zu stark, um durch die Centrifugalkraft aus der Flüssigkeit abscheidbar zu werden“ (31 p. 398—9).