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DAS GLOBULIN DER WEISSEN BLUTKÖRPERCHEN.
der weissen Körperchen auf die Schicht der roten sich niederschlug und ein Teil derselben in der Masse der Blutkörperchen eingeschlossen war, bewirkt, wie wir gesehen, die Verdünnung auch des Serums nicht nur des Plasma, wie wir sehen werden, mit weit kleineren Wassermengen als 70—80 Vol., Ausscheidung von Globulin (p. n. 101 W 48—60). Es ist klar, dass auch dieses Verfahren dazu nicht dienen kann von anderen Bestandteilen des Blutes freie farblose Blutkörperchen zu gewinnen.
Um blutfreie Lymphdrtisen zu erhalten, spülte Halliburton (1888,9 p. 255) das Tier mit 0,75%-iger Kochsalzlösung durch die Blutgefässe bis zur Entfärbung der Gewebe aus, schnitt dann die Bauchdrüsen heraus und spülte sie nach Entfernung der Hüllen behufs Abscheidung der Zellen durch. Letztere wurden mit 0,75°/0-iger Kochsalzlösung mittels der Centrifuge gewaschen und nach der Abtrennung von den Waschwässern in concentrirteren Kochsalzlösungen aufgelöst. Als bestes Lösungsmittel sieht Halliburton jedoch mit 9 Vol. Wasser verdünnte gesättigte Magnesiumsulfa tlosung an. Wenn Halliburton in dieser Lösung auch 4 verschiedene Körper (Nucleoalbumin, Albumin und 2 Globuline) unterscheidet, so giebt er dennoch den Globulinen den Vorrang, obgleich diese nur durch ihre Gerrinnungstemperatur sich unterscheiden lassen. Einen solchen Unterschied nicht anerkennend (s. Kap. XI), sehen wir in Halliburton’s Arbeiten eine Bestätigung der Beobachtungen älterer Autoren über die Gegenwart von Globulin in den farblosen Körperchen.
Lilienfeld (1894, 18 p. 474) stellte sich zur Aufgabe, die Leukocyten in möglichst grosser Reinheit aus den Lymphdrüsen und der Thymusdrüse zu isoliren. Zu diesem Zwecke wurden die aus dem Schlachthause gebrachten Drüsen von den Blutgefässen und dem anhängenden Fett sorgfältig befreit, in kleine Stücke geschnitten und in Colirtücher aus grobmaschigem festem Hanf geschlagen, danach wurde die ganze Masse in einer Presse stark gepresst und der abfliessende Saft centrifugirt. Hierbei muss die Gegenwart von Wasser sorgfältig vermieden werden. Der Saft, welcher sich mikroscopisch als farbloses Serum mit darin suspendirten vollständig erhaltenen Lymphocyten darstellt, wird durch die Centrifuge in eine weisse Bodenschicht und eine darüber stehende Flüssigkeit zerlegt.
Gewinnung aschenfreien Cytoglobins. Sowohl die Anzahl der Arbeiten über diesen Gegenstand als auch deren Wert leiten uns zu dem Schluss, dass die Leukocyten wesentlich aus einem complicirten Stoffe bestehen, den Schmidt „Cy to gl ob in“ (26 p. 258) nannte, wir aber das Globulin dieses Stoffes „Cy-toglobin“ nennen wollen. Diese Schlüsse werden auch durch unsere eigenen Beobachtungen bestätigt.
Lymphdrüsen von Hunden, Kälbern und Schafen wurden in Stücke geschnitten und diese in 0,5%-ige Kochsalzlösung gebracht, wo sie umgeschüttelt und sachte-mit den Fingern gedrückt oder mit weichen Haarpinseln geklopft wurden. Nach der Entfernung der Reste des Drüsengerüstes wurde das Präparat mit einer bedeutenden Menge derselben Kochsalzlösung begossen. Flüssiger Eiter—pus bonum et laudabile—oder von Verbänden genommener wurde unmittelbar in 0,5°/o—1%-ige Kochsalzlösung gebracht, wobei die Verbände zur Abtrennung der Körperchen gleichfalls in Salzlösungen abgespült wurden. Als Material zur Gewinnung von Leukocyten bedienten wir uns auch der Ochsenmilzen, wobei aber zuerst die roten Blutkörperchen entfert werden mussten; da letztere in diesem Organ sich auf dem Wege, den das Blut nimmt, befinden, so rinnt ein Strom mittels einer Glascanüle in die Milzarterie gebrachter l°/0-ger Kochsalzlösung durch das Organ und reisst die freien Elemente, die er auf seinem Wege trifft, durch die Vene mit sich fort. Wenn die Waschwässer die Gegenwart roter Blutkörperchen nicht mehr anzeigen. und die Milz ganz weiss geworden ist, wird sie zerschnitten, worauf die farblosen