﻿BAS GLOBULIN DER MUSKELFASERN.
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andeien Globulinen (20 p. 337) ganz analog. Auf Grund des soeben Gesagten sollte man glauben können, dass die Veränderungen, welche das Myosin, nach Kühne’s Lehre, bei dem Uebergang in Syntonin erfährt, im Moment der Neutralisation ein-treten. Hätte jedoch Kühne dieselbe Fällungsmethode des Myosins aus dessen Lösung in 1%-iger Chlorwasserstoffsäure angewandt, deren er sich bei der Fällun°-desselben aus Salzlösungen bediente, hätte er es nämlich mit einem Salze gefällt! so würde er sich überzeugt haben, dass die durch ein Salz sowohl aus der Salzlösung als auch aus der Salzsäurelösung erhaltenen Niederschläge identisch sind, d. h. sich in Salzlösungen auflüsen! Somit ist auch dieser Hauptunterschied zwischen dem Myosin und Kühne’s Syntonin von selbst geschwunden! Ausserdem erhielt Kühne, wie schon gesagt, Syntonin sowohl durch Einwirkung von schwachen Alkalien (27 p. 11) als auch durch Einwirkung von Baryt- und Kalkwasser und kohlensauren Alkalien *) auf das Myosin, d. h. auch hier ist der Neutralisationsniederschlag in Säuren nicht löslich.
Wie unbeständig dieses Unterscheidungsmerkmal zwischen dem Myosin und
dem Syntonin—Löslichkeit des ersten und Unlöslichkeit des zweiten in Salzlösungen_
ist, beweisen directe Untersuchungen späterer Autoren. Schliesslich ist es, Kühne’s Ausspruch gemäss, möglich das Myosin durch Säuren auszuscheiden, ohne dessen Löslichkeit in Salzlösungen a u f z u heben: man darf es nur zum zweitenmal nicht auflösen 3)!
Das Gebiet der Verbreitung des Myosins ist, nach Kühne, ein sehr ausgedehntes, da alles, was Protoplasma heisst, auch Myosin in sich schliesst (27 p. 22). Wie zur Bestätigung dieser Ansicht fand Bruns (1867,4 p. 261) Myosin auch in der Hornhaut, aus welcher er es mit Kochsalzlösung extrahirte. Später findet Plosz auf dieselbe Weise (42 p. 371) Myosin oder eine demselben sehr ähnliche Substanz in den Zellen der Leber. Endlich glaubte Cahn (5 p. 213) Myosin in der Netzhaut des Auges zu finden und zwar nur deshalb, weil dieselbe beim Erwärmen bei 55° sich trübte. Cahn fand Myosin auch im Gehirn.
Hoppe-Seyler (1865,23 p. 194) erhielt Myosin aus feingehacktem und gut ausgewaschenem Muskelfleisch durch Verreiben mit dem gleichen Vol. concen-trirter Kochsalzlösung und darauffolgendem Zusatz von 2 Vol. Wasser. Die durch Leinwand geseihte Flüssigkeit liess er in destillirtes Wasser abtropfen, worauf er den Niederschlag wieder in Kochsalzlösung auflöste und aufs neue mit Wasser fällte (ib.). Das auf diese Art erhaltene reine Myosin löst sich in verdünnter Salzsäure und geht allmälig in einen in Salzen unlöslichen Zustand über, d. h, der durch Neutralisation der sauren Lösung mit verdünnter Natriumcarbonatlösung erhaltene Niederschlag löst sich nicht mehr (Kühne’s Syntonin) in Salzen; wird aber die saure Myosinlösung, bald nachdem sie erhalten wurde, gefällt, so löst sich der Niederschlag leicht in Kochsalzlösung (ib.). Somit sieht auch Hoppe-Seyler den einzigen Unterschied zwischen dem „sog. Myosin und dem Syntonin“ darin, dass das Myoglobin seine Löslichkeit in Salzen einbüsst.
Miescher (1869, 38 p. 445) empfiehlt das Myosin mit Natriumcarbonatlösung Vz—l°/oo zu extrahiren und es mit Essigsäure aus der erhaltenen Lösung aus-
’) „Das Muskelcoagulat (Myosin) ist ausserordentlich leicht löslich in verdünnten ätzenden Alkalien, kohlensauren Alkalien und Kalk oder Barytwasser. Die so entstehenden Lösungen verhalten sich ganz wie alkalische Syntoninlösungen“ (27 p. 22).
5) „Man kann indess das Myosin durch Säuren ausscheiden und für Salze immer noch löslich erhalten, nur darf man es dann nicht zur Wiederauflösung kommen lassen“ (28 p. 275).