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DAS GLOBULIN DER MUSKELFASERN.
Zufällen; der Niederschlag ist in Salzen löslich. Hoppe-Seyler ändert seinerseits die von ihm selbst früher vorgeschlagene Darstellungsmethode des Myosins etwas ah: nach Verreiben mit 1 Yol. concentrirter Kochsalzlösung und Zusatz von 2 Vol. Wasser wird das Filtrat mit Steinsalzkrystallen behandelt; die erhaltenen Flocken löst man nach dem Abpressen zwischen Fliesspapier in Wasser auf und fällt die Lösung mit viel Wasser (24 p. 23b). Flosz (42 p. 227), der das Syntonin ebenso wie Kühne (p. n. 45) gewann, fällte es mit Kochsalz aus und fand, dass der mit halbgesättigter Kochsalzlösung ausgewaschene Niederschlag in WTasser löslich ist. Hoppe Seyler’s Gewinnungsmethode des Myosins benutzte auch WTeyl (1876, 55 p. 636 und 1877, 56 p. 76), wobei er aber das Myoglobin durch wiederholte Fällung und Auflösung reinigte. Indem Weyl Hoppe-Seyler’s Angaben über die Fällbarkeit der neutralen Myosinlösungen bei der Sättigung mit Steinsalzkrystallen bestätigte, fand er, dass das Myosin ausser der „Gerinnungstemperatur“ (56 p. 77—8) in allen seinen Eigenschaften mit dem Seroglobin identisch ist. Gleich dem Seroglobin büsst auch das Myoglobin bei mehr oder weniger langer Einwirkung von Wasser seine Löslichkeit in Salzen ein. Danilewski (1887. 8 p. 158) empfiehlt seinerseits zum Extrahiren des Myosins Chlorammonium zu benutzen und findet, dass 7°/0—8%—20%-ige und höhere Lösungen dieses Salzes das Myosin mit Leichtigkeit autlösen, wobei die erhaltenen Lösungen schwer von Salmiak, viel leichter von Kochsalz gefällt werden, infolgedessen er für das Myosin Salmiak für ein besseres Lösungsmittel als Kochsalz (ib. p. 159) hält. Um das Myosin aus dem Muskel-heisch von Kälbern, Kaninchen, Hühnern, Fischen und dergl. zu extrahiren, empfiehlt Danilewski es fein zu zerhacken, mit Wasser auszuwaschen und dann einige Stunden mit 10%—20%-igeni Chlorammonium (ib. p. 159) stehen zu lassen. Danilewski bestätigt auch Hoppe-Seyler’s Beobachtungen über die Unveränderlichkeit des Myosins durch schwache Salzsäurelösungen. Ausserdem fand Danilewski, dass, wenn man zu dem in Wasser suspendirten Myosin Salzsäure bis zur Reaction mit Tropaeolin 00 auf freie Säure zusetzt, es sich erweist, dass zur Auflösung der genommenen Myosinmenge die Hälfte der benutzten Säure genügt: dabei könne die Lösung wochenlang sogar bei 35° stehen, ohne dass das Myosin seine Eigenschaften verliert, folglich ohne dass es in das sogenannte Acidalbumin oder Ivühne’s Syntonin übergeht, d. h. dass in diesem Falle die saure Myosinlösung bei der Neutralisation einen in Salzlösungen löslichen Niederschlag ausscheidet (ib. p. 162). Diesen Beobachtungen gemäss empfiehlt schon Danilewski, um das Myosin zu extrahiren. zu der halben Portion des zu untersuchenden feingehackten und in Wasser ausgewaschenen Muskelfleisches eine schwache Salzsäurelösung bis zur Reaction auf freie Säure mit Tropaeolin 00 in dem Gemenge zuzugeben, in welches dann die andere Hälfte des gereinigten Fleisches eingetragen wird. Nachdem das Ganze gut vermengt ist und längere Zeit gestanden hat, wird die Flüssigkeit ausgepresst und filtrirt (ib. p. 163). Das Filtrat wird durch Neutralisation mit Aetznatron, Soda oder Kalkwasser ausgefällt. Im allgemeinem genommen ist das Liebig’s Methode.
Das Extrahiren des Myosins mittels Ammoniumchlorid und Salzsäure empfiehlt Danilewski auch zur quantitativen Bestimmung des Myoglobins in den Muskeln (ib. p. 164).
Sowohl Hoppe-Seyler’s als auch Danilewski’s Untersuchungen zeugen zu Gunsten von Liebig’s Methode, das unveränderte Myoglobin mit Salzsäure zu extrahiren. Daraufhin und Kiihne’s Wunsch zuwider wollen wir die Benennung “Syntonin“ als Synonim für „Myosin“ oder „Myoglobin“ oder „Muskelglobulin“ in seiner anfänglichen Bedeutung wiederherstellen!