﻿DAS GLOBULIN DEB MUSKELFASERN.
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nium. Sogar ein solches Salz wie Ammoniumsulfat, welches zur Fällung der Proteinsubstanzen für das beste anerkannt ist, kann mit demselben Erfolge wie die oben-genannten Salze zum Extraliiren des Myoglobins dienen. Die Einzelheiten über das Verhalten der Salze gegen das Globulin im allgemeinen sind in Kap. XI dargelegt.
Weit mehr Sorgfalt erfordert die vorläufige Behandlung des Muskelfleisches' wobei es die Entfernung des Blutes ist, die einige Schwierigkeiten bietet. Was kleinere Tiere: Frösche, Kaninchen, Meerschweinchen anbetrifft, so geht die Entfernung des Blutes ziemlich leicht, mittels Ausspülen mit 0,5%— 1%-iger Kochsalzlösung durch die Blutgefässe, von statten. Zahlreiche Beobachtungen, die Herr Dr. G. Gabritchewski (15 p. 24 u. and.) über die Reizbarkeit der Muskeln in Abhängigkeit von Salzen in unserem Laboratorium anstellte, geben interessante Fingerzeige auf die Möglichkeit ein ganz blutfreies Präparat zu erhalten, in welchem sogar die Reizbarkeit der Muskeln erhalten bleibt. Nachdem die Muskeln vom Blute befreit sind, werden sie abgeschnitten und dann auf irgend eine Weise zerkleinert. Hat man es mit Muskelfleisch zu thun, welches noch Blut enthält, so muss es nach sorgfältiger Zerkleinerung in Fleischhackmaschinen oder mit dem Messer und darauffolgendem Verreiben im Mörser mit Sand oder Glaspulver äusserst sorgfälig, um es vom Blute zu befreien, mit grossen Quantitäten 0,5—1%-iger Kochsalzlösung ausgewaschen werden. Die Waschwässer werden abgegossen, ehe die feinsten Teilchen zu Boden gefallen sind. Das Waschen mit Kochsalzlösung erfordert zwar mehr Zeit als mit Wasser, da letzteres die Masse schneller von dem Farbstoff befreit, doch entfärben sich durch Einwirkung von Wasser die Stromata der Blutkörperchen sehr rasch und vergrössern dadurch die eigentliche Muskelmasse, hauptsächlich aber geht bei dem Waschen mit Wasser eine ziemlich grosse Menge Myoglobin in einen in Salzen schwer oder garnicht löslichen Zustand über.
Die auf diese oder jene Art erhaltene und zerkleinerte Muskelmasse wird nach dem Auspressen durch Leinwand behufs vollständigerer Befreiung von den Waschwässern mit einer abgewogenen Menge irgend eines Salzes verrieben und beim Verreiben allmälig soviel Wasser zu dem Gemenge zugegeben, wie der Procentgehalt des Salzes in der Lösung betragen soll.
Die mittels eines neutralen Salzes erhaltene Myosinlösung wird entweder mit Wasser oder durch Sättigung mit Kochsalz, Magnesiumsulfat oder auch Ammoniumsulfat oder endlich mittels Dialyse gefällt. Zwar findet nicht in allen genannten Fällen vollständige Fällung des Myoglobins statt, eine solche ist aber auch nicht notwendig.
Unendlich grössere Vorzüge vor den soeben beschriebenen Verfahrungsweisen besitzt Liebig's Methode (p. n. 44) und auch die von Danilewski (p. n. 4b). vorgeschlagene Abänderung derselben. Um möglichst reines Myoglobin zu erhalten, bedient man sich der soeben erwähnten Methoden, d. h. ertrahirt das Myosin mittels Salzsäure, Essigsäure oder Schwefelsäure 1°/O0—2%0. Die Lösung muss eine ziemlich verdünnte sein, damit sie zuerst durch Leinwand, dann durch Papier fil-triren könne. Das Filtrat wird in Filterdialysoren dialysirt, wobei es nach 16—48, manchmal auch mehr Stunden—je nach der Concentration—das Aussehen einer geléeartigen Masse bekommt oder Flocken ausscheidet; dabei reagirt die Flüssigkeit ganz neutral. Sollten die erhaltenen Niederschläge beim Calciniren Asche enthalten, so müssen sie noch einmal in Säure aufgelöst und die Lösung bis zu vollständiger Fällung dialysirt werden, wonach man schon erwarten kann aschenfreies Myoglobin vor sich zu haben.
Das so erhaltene reine Myoglobin löst sich leicht in Salzlösungen verschiedener Concentration, in Säurelösungen, Alkalien 1%0 u. s. w.
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