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DAS GLOBULIN DES EIDOTTERS DER VOGEL.
Beschreibungen (16 p. 464; 17 p. 19) seiner Beobachtungen vom Jahre 1845; er zieht einen Vergleich zwischen den verdünnten Lösungen von Eiweiss und Eigelb und lindet zwischen denselben keinen Unterschied (ib. p. 11). Baumhauer liess das Dotter eines circa i/z Stunde lang gekochten Eies zuerst an der Luft trocknen und behandelte es sodann successiv mit Aether, Alkohol und Wasser, wonach das Präparat bei 120° (1 p. 194—6) getrocknet wurde. Es löste sich in verdünnten Alkalien und in Essigsäure mit vorangehender Gallertbildung auf. Strecker (1850. 34 p. 577) charakterisirt die auf obenbeschriebene Verfalirungsweisen erhaltenen Niederschläge als geronnenes (unlösliches) Albumin; dabei muss bemerkt werden, dass Lehmann und Messerschmidt’s Arbeit Strecker unbekannt war. Im Jahre 1853 gab Lehmann ein etwas anderes Bild von der Structur des Dotters, indem er die amorphen im Dotter suspendirten Teilchen in Betracht zog, auf welche schon Baer & Bergmann (3 p. 89) hingewiesen hatten und welchen Virchow (36 p. 236—241 > die Eigenschaften des geronnenen Albumins zuerkannte. Lehmann unterschied jedoch Körnchen und Dotterkugeln im Dotter (1853,28 p. 306); seinen Beobachtungen nach, lösen sich die ersteren leicht in Salmiak und anderen neutralen Salzen, während die Dotterkugeln unter diesen Umständen, wie mikroscopische Untersuchungen ihm zeigten, nur ihr Aussehen verändern. Ungeachtet des offenbaren Unterschieds in den Reactionen sah sich Lehmann in Ermangelung von Methoden, die suspendirten Teilchen von dem flüssigen Teil des Dotters abzutrennen, gezwungen, die Bestandteile des Eigelbs in ihrer Gesammtheit (ib. p. 308) zu studiren. Auf Grund dessen gelangt er zu dem Schlüsse, dass in dem flüssigen Teil des Dotters Albumin enthalten ist, während die Körnchen aus Casein (1853,27 p. 352) bestehen. Indem Lehmann das Dotter bei Gegenwart von Wasser mit Aether behandelte, fand er, dass der sich dabei ausscheidende Niederschlag kein geronnenes Albumin ist. sondern nach sorgfältigem Auswaschen mit Wasser alle Eigenschaften des Caseins besitzt, welches Rochleder und Bopp (s. Kap. IX Lactoglobin) aus Milch mit Beimengung von durch Wasser gefälltem Albumin erhalten hatten, wobei der erhaltene Niederschlag in sehr verdünnten Salmiak-, Chlornatrium-, Glaubersalzlösungen und dergl. löslich ist *). Wenn man alle von Lehmann erhaltenen sowohl mikroscopi-sclien als chemischen Resultate überschlägt, so kommt man zu dem Schlüsse, dass neben dem gewöhnlichen Albumin im Dotter noch eine Substanz enthalten ist, die sich vom Casein durch nichts unterscheidet, demgemäss dass Vitellin nichts anderes als ein Gemenge von Albumin und Casein *) wäre. Es ist interessant, dass Lehmanns Beobachtungen und seine Schlüsse von späteren Autoren garniclit in Betracht gezogen wurden. Doch fand die Behandlung des Eidotters mit Aether eine weitgehendere Anwendung in den Arbeiten von Denis (1836,5 p. 184), der sich deshalb für den Autor dieser Methode zu halten scheint. Die sorgfältig vom Eiweiss abgetrennten Dotter presste Denis durch Leinwand und schüttelte sie mit 2 Vol. Aether in Kolben um. Nach längerem Umschütteln wurde der gelbgefärbte Aether abgegossen und die zurückgebliebene Masse mit einer neuen Portion Aether umgeschüttelt. Diese Operationen wiederholte man so lange bis aller Farbstoff
‘) „Diese Substanz hat alle die vom Casein... angeführten Eigenschaften; dies lehrt ihr Verhalten gegen Säuren, Alkalien, alkalische, erdige und Metallsalze; wie heben hier nur hervor, dass sie sich unter Zurücklassung eines geringen, die Flüssigkeit opalisirend machenden Rückstands... schon in sehr verdünnter Lösung von Salmiak,
Chlornatrium, schwefelsaurem Natron u. s. w. auÜöst“ (27 p. 352—3).
2) ....„dass im Eidotter der Hühner, neben
gewöhnlichem Eiweiss eine Materie vorkommt, die ganz mit dem übereinstimmt, was man bis jetzt Casein genannt hat, dass das vermeintliche Vitellin also nicht weiter als ein Gemenge vonAlbumin undCaseïn sei“ (27p.352).