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DAS GLOBULIN DES EIDOTTERS DER VÖGEL.
Substanz angesehen werden könne. Gorup-Besanez (18 p. 130) schreibt dem Vitellin im allgemeinen den Charakter des Globulins zu.
Nach Hoppe-Seylers’s Beobachtungen wurde "Vitellin auch in anderen physiologischen Flüssigkeiten gefunden. So fand Weyl (37 p. 546) Vitellin in der Herzbeutelflüssigkeit. Hoppe-Seyler (38 p. 75) teilte Weyl persönlich mit, dass er diese Substanz in dem Milchsäfte und in der Ochsenlinse (21 p. 201) gefunden hatte; in dieser fand auch Laptschinski (26 p. 633) Vitellin. Genannte Autoren—Hoppe-Seyler und seine Schüler Weyl und Laptschinski—bestimmten die Gegenwart von Vitellin auf Grund der Unfähigkeit der Salzlösungen dieses Körpers dureli krystallinisches-Kochsalz gefällt zu werden! Diese Reaction vrar es, die, wie es scheint, Hoppe-Seylei veianlasste zu behaupten, dass ein jedes Protoplasma 2 Körper—Myosin und Vitellin—enthält, von denen ersteres auf Chlornatriumkrystalle sich ausscheidet,, letzteres in Lösung bleibt! In der Folge vermehrte Weyl (37 p. 635; 38 p. 74) die Anzahl der Reactionen des Vitellins, indem er darauf hinwiess, dass frischgefälltes Vitellin unter Wasser sich verändert und in einen schwerlöslichen Zustand übergeht [er nennt es Albuminat. S. Einfluss der Alkalien (Kap. XII)]. Das Vitellin löst sich im allgemeinen sehr leicht in Salzen und wird aus 1%-iger Natriumcarbonatlösung durch gleichzeitige Einwirkung von Wasser und Kohlensäure ausgeschieden. Weyl’s Sätze sind fast Wort für Wort in Hoppe-Seyler’s Lehrbuch vom J. 1883 (24 p. 279) aufgenommen, wo der Autor unter anderem aussagt, dass der wesentlichste Unterschied zwischen dem Vitellin und den anderen Globulinen, d i e Unfähigkeit des Vitellins, sei vonSteinsalzkrystallen gefällt zu w e r d e n! Diese Arbeiten brachten das „Vitellin“ genannte Dotterpräparat in Bezug auf die Fällbarkeit durch Steinsalz unter ganz besondere Bedingungen!
Zur Prüfung dieser Thatsachen unternahm Herr W. Popoft in unserem Laboratorium Versuche, bei deren Ausführung er gewahrte (31 p. 154), dass die Darstellungsmethoden des Vitellins seiner Vorgänger unzulänglich und unbestimmt gewesen waren; indem er deren Versuche wiederholte, fand er, dass das nach Frémy & Valanciennes’s Verfahren ausschliesslich durch Fällung mit Wasser an einem kühlen Orte in Gestalt eines Niederschlags gewonnene Vitellin in Lösungen neutraler Salze von Alkalien und Erdalkalien verschiedener Concentrationen löslich ist. Diese Vitellinlösungen werden sowohl von gesättigten Lösungen als auch von Kryställclien derselben Salze und von Steinsalzkryställchen ausgefällt. Nachdem Herr W. Popoft Vitellin nach Denis’s Verfahren, dessen sich auch Hoppe-Seyler bedient hatte, darstellte, fand er, dass auch dieses Verfahren kein in Salzen leichtlösliches Vitellin liefert und schlägt daher vor, die Dotter mit Glasscherben zu schütteln, dann durch Leinwand zu pressen und schliesslich mit Aether, welcher mit dem dreifachen Vol. Wasser versetzt wurde, zu behandeln. Nach dem Umschütteln wurde der verkorkte Kolben mit dem Gemenge mit dem Stöpsel nach unten gekehrt und in dieser Lage von dem Ring eines Stativs gehalten *). Es zeigten sich in dem Kolben sehr bald Schichten: die obere enthielt den Aether, die mittlere—das Vitellin, die untere das Wasser. Mittels Rohren, einem langen, bis zum Boden des Kolbens
*) Die auf Fig. 5 abgebildeteu Teilungstrichter sind bequemer als die gewöhnlichen (fig. 4, p. 153), da sie die Abtrennung jeder beliebigen Schicht der im Kolben befindlichen Flüssigkeit gestatten. Durch den Propfen gehen, die Oeffnungen hermetisch verscbliessend, zwei Rohre ein kurzes und ein langes, bis zum Boden reichendes. Der Kolben wird mit dem mit den Rohren versehe-
nen Propfen verkorkt und umgestürzt. Oeffnet man das kurze Rohr, so kann man die untere Schicht abtrennen. Rückt man das kurze Rohr soweit hinein, dass das Eude bis an die untere Fläche der zu entfernenden Schicht reicht, und öffnet die Klemme am Gummirohr, mit welchem das kurze Glasrohr versehen ist, so trennt sich selbstverständlich nur die gewünschte Schicht ab.