﻿DAS GLOBULIN DES EIDOTTERS DER VOGEL.
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reichenden, und einem kurzen, welche durch den Pfropfen des Kolbens gingen, konnte die mittlere Schicht — das Vitellin — nach Wunsch von dem Aether und dem Wasser befreit werden (fig. 5).
Nach der Abtrennung des Aethers und des Wassers wurde das Vitellin aufs neue gleichzeitiger Behandlung mit Wasser und Aether, dreimal und mehr, unterworfen, wonach ein ganz weisser flockenartiger Niederschlag erhalten wurde, welcher in 5%-iger Chlorammoniumlösung sich löste. Die Lösung wurde mit Wasser gefällt, der erhaltene Niederschlag auf dem Filter gesammelt und definitiv mit Wasser ausgewaschen. Auch hier fand Herr W. Popoff, dass das Vitellin in 5% — 10o/o-iger Chlornatrium- oder Chlorammoniumlösung sich löst, wobei die erhaltenen Vitellinlösungen nach längerer oder kürzerer Zeit von Chlornatiium- oder Steinsalz-, Natriumsulfat- oder Magnesiumsulfat- und sogar Chloram-moniumkrystallen gefällt werden (31 p. 158—9). Dieser Autor findet im allgemeinen, dass je rascher die vorläufige Behandlung des Vitellins betrieben wird, desto löslicher1 das erhaltene Präparat ist. wobei die Temperatur der Fällung des Vitellins aus dessen Salzlösungen von der Menge des in die Lösung eingeführten Salzes und auch von der Globulinmenge abhängt. Endlich findet Popoff den von Weyl und Iloppe-Seyler gewünschten Unterschied zwischen dem Myosin und dem Vitellin nicht, da in dem oben beschriebenen Verhalten dieser beiden Körper sich kein Unterschied bemerkbar macht.
Gewinnung des reinen Dotte r globulin s. W ie interessant die von Herr W. Popoff erhaltenen Resultate auch sind, da sie uns gezeigt haben, dass auch das sog. „Vitellin“, wie die übrigen Globuline, die Eigenschaft besitzt von gewöhnlichem Kochsälz und Steinsalz gefällt zu werden, stellen sie in streng chemischer Beziehung nichts ganz Abgeschlossenes vor. Fernere Untersuchungen über die Natur der Prote'msubstanzen des Dotters unternahm in unserem Laboratorium Herr Th. Remesoff (32 p. 255). Er richtete seine Aufmerksamkeit besonders auf einen wesentlichen Fehler der vor ihm ausgeführten Arbeiten, da in allen ausser Acht gelassen worden war, dass das Dotter bei weitem keine homo-gene Flüssigkeit ist, dass die Anatomen ausser dem flüssigen Teil schon längst suspendirte Teilchen in demselben unterscheiden. Diese suspendirten Teilchen machte nun Herr Remisoff zum Gegenstand seiner Untersuchungen. Um die Dotterkügelchen im mehr oder weniger unveränderter Gestalt zu erhalten, vermischte er das Dotter mit einer bedeutenden Menge 0,5%—1%-iger Kochsalzlösung. Wie vorläufige Prüfungen gezeigt hatten, lassen solche Lösungen die Dotterkügelchen im Wesentlichen unverändert und fällen auch die Flüssigkeit des Dotters nicht. Bei ruhigem Stehen des Gefässes an einem kühlen Orte fallen die Dotterkügelchen zu Boden. Die Flüssigkeit wurde abgegossen und der Niederschlag mit neuen Portionen derselben Kochsalzlösung behandelt. Ein solches Auswaschen der Niederschlags wiederholte man 3—4-mal. Die auf dem Filter gesammelten Dotterkügelchen lösten sich, mit Ausnahme der Hüllen, in 10°/o-iger Chlornatriumoder Chlorammoniumlösung beim Verreiben im Mörser oder beim F inschütteln (ib. p. 258). Im allgemeinem beobachtete Remesoff in den erhaltenen Lösungen bei wiederholtem Fällen mit Salzen oder Wasser und Auflösung in Salzen alle Eigenschaften der Globulinlösungen, die Fähigkeit dieser Lösungen sich auf Steinsalz niederzuschlagen (ib. p. 258—9) nicht ausgenommen.
Fig. 5.