﻿BIBLIOGRAPHIE.
61
Die Untersuchung zahlreicher Kerne an den auf obige Weise tingirten Schnitten hat den Autor zu einer bestimmteren und von den gewöhnlichen Beschreibungen verschiedenen Ansicht über die Structur des Kerns geleitet.
Letzterer stellt ein grobes, schwammähnliches Stroma vor, welches von Safranin tingirt wird. Dieses Stroma ist bald gröber oder zarter, bald lockerer oder fester. Die peripherischen Teile desselben haben oft Stäbchenform und sind strahlenförmig angeordnet. Die der Peripherie zugewandten Enden dieser Stäbchen verzweigen sich unregelmässig und anastomosiren mit einander. An den durch den Kern geführten Schnitten erscheinen die Zweige oft als vereinzelte Abschnitte. Die zwischen den Chromatinanhäufungen befindlichen Räume sind mit klarem Kernsaft angefüllt.
Weiter geht der Autor zu der Untersuchung des Pheodiums von Aula-cantha scolymantha über. Die Form der Pheodellen ist eine abgerundete, die Grösse—0,015 — 0,025 mm. im Durchmesser. Die Grundsubstanz der Pheoda-rien sieht wie Protoplasma aus. An dünnen Schnitten durch das Pheodium beobachtete der Autor folgende Einschliessungen: 1) Pigmentkörnchen von unregelmässiger Form und verschiedener Grösse von braungefärbten an bis zu ganz undurchsichtigen; 2) sehr kleine, stark lichtbrechende und untingirbare Körnchen; 3) farblose und untingirbare Einschliessungen verschiedener Form und Grösse, unter denen sich zahlreiche dünne Stäbchen befinden; 4) Einschliessungen von verschiedener Grösse, unregelmässiger Form und wellig-ge-schichtet-zerknitterter Structur, die von Safranin gefärbt werden, und 5) Pigment, in welchem keine Körnchen zu bemerken sind.
Zwischen den Pheodellen, ausserhalb des Plasma derselben, beobachtete der Autor: 1) eben solche, wie oben unter J\° 4 beschriebene, und auch in die Pheodellen eingeschlossene Gebilde; 2) undurchsichtige Pigmentkörnchen, oft von derselben Grösse wie die Pheodellen. von unregelmässiger Form, zuweilen gespaltene; 3) unverdauliche Ueberreste verschiedener winziger Organismen, wie z. B. Diatomeenschalen.
Was die physiologische Bedeutung der Pheodellen anbelangt, so hält der Autor für die richtigere die dritte der vorhandenen Hypothesen, nach welcher diese Organe eine grosse Rolle bei der Assimilation der Nahrung spielen, da er zwischen denselben unverdauliche Reste von Nahrungsstoffen fand, die sonst nirgend in dem Calymm angetroffen werden; ein weiterer Beweis wäre die grosse Aelmlichkeit des Pheodiums mit dem Astropyle, worauf schon Hackel hinwies.
Nunmehr geht der Autor zu der Beschreibung der Teilungsstadien von Aulacantha über. Auf eine Vorbereitung zur Teilung des Kerns weist die Veränderung des Chromatinstroma hin. Das grobschwammige Stroma wird all-mälig zarter, bekommt in dem näher zur Peripherie gelegenen Teil eine fadenförmige Structur; zuletzt verwandelt sich die ganze Chromatinmasse in einen dichtes aus Fäden bestehendes verwickeltes Knäuel. Im weiteren spaltet sich der Chromatinfaden der Länge nach entzwei; doch hat er sich vorher in eine Reihe Kügelchen differencirt, welch letztere es eigentlich sind, die sich teilen. Beide Processe folgen so rasch auf einander, dass sie gleichzeitig zu verlaufen schei nen. Die durch die Teilung entstandenen neuen Fäden bestehen aus einer Reihe