﻿BIBLIOGRAPHIE.
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den Kopf gegen die operirte Seite hin und neigt ilm; die vordere Extremität der gesunden Seite ist stark nacli aussen gezogen, als wenn das Tier sich darauf stütze, die vordere Extremität der kranken Seite hingegen an den Körper herangezogen; auch das Rückgrat ist mehr oder weniger nach der operirten Seite hin gebogen. Beim Springen macht der Frosch sog. Manegebewegungen. Bei beiderseitiger Extirpation des Labyrinths beim Frosche beobachtet man eine solche Assymetrie in der Lage des Körpers und der Extremitäten nicht, aber solche Tiere sind vollständig der Fähigkeit beraubt, regelmässige, coordinate Bewegungen auszuführen. Dieselben kriechen öfter, als sie springen; sie heben sich auf allen vier Extremitäten empor und drehen sich um ihre verticale Axe; beim Springen fallen sie auf den Rücken und kehren nur mit Mühe in ihre normale Lage zurück. Eines der wichtigsten Symptome nach beiderseitiger Extirpation des Labyrinths ist, dass die Tiere vollständig die Fähigkeit einbüssen durch Ab wenden des Kopfes zu reagiren, wenn sie auf der Scheibe gedreht werden.
Im weiteren beschreibt der Auter ausführlich die von ihm bei Fröschen angewandte Methode, die Otolithen zu entfernen, ohne zugleich das Labyrinth zu zerstören. Dieselben werden mittels eines Stroms physiologischer Kochsalz -lösung ausgewaschen. Während eines solchen Auswaschens der Otolithen aus dem Sacculus der einen Seite beobachtete der Autor Lagen Veränderung des Kopfes, des Rumpfes und der Extremitäten. Da diese Erscheinungen jedoch sehr flüchtig sind, so hält der Autor sie für eine Folge der Reizung des ganzen Labyrinths während der Operation. —Nach beiderseitiger Entfernung der Otolithen aus den Sacculus nahm der Autor keinerlei Abweichungen von der Norm in Bezug auf die Fähigkeit, regelmässige Bewegungen auszuführen und die Gleichgewichtslage beizubehalten, wahr. Besonders interessant ist die That-sache, dass nach beiderseitiger Entfernung der Otolithen die Frösche beim Drehen auf der Scheibe ganz ebenso wie normale Tiere reagiren und auf der schiefen Ebene sehr gut das Gleichgewicht bewahren.
Ueberhaupt haben Versuche an Siredon pisciformis und Rana esculenta, insofern sie die Entfernung der Otolithen aus den Sacculus betreffen, in allen Fällen, was den Anteil dieser Gebilde an der Bewahrung des Gleichgewichts des Körpers anbetrifft, negative Resultate ergeben und Brever’s Voraussetzung über die Rolle der Otolithen als der physiologischen Haupterreger des im Vorhof befindlichen Teils des Gehörnerven bei der Bewegung und Equilibration des Körpers der Tiere nicht bestätigt.
Rodzianko, W, Ueber die Nahrung der Grashüpfer aus den Familien Locusta, Decticus und Pletycleis. (Ber. der kiewer Naturforscher-ges. Bd. XIV, Lief. I, S. 91).
In Anbetracht der in der einschlägigen Literatur verbreiteten Meinung, dass die Orthopteren aus den Familien Locusta, Decticus und Platycleis Pflanzenfresser sind, führte der Autor eine Reihe von Controllversuche aus. So nährte sich Locusta viridissima Linn. von lebendigen Fliegen, die sie sammt den Füssen und Flügeln verzehrte; Platycleis vittata Charp. dienten lebendige Heuschrecken aus der Art Stenobothrus zur Nahrung; Decticus verroci-vorus endlich frass lebendige Zweiflügler, Schmetterlinge und Käfer.