﻿BIBLIOGRAPHIE.
89
sation schwächer gewordenes Product des physiologischen Alexins erscheint. Das künstliche Desmon unterscheidet sich von dem physiologischen darin, dass es mit einem schwächeren Alexin ein stärkeres Hämolysin bildet. Ein gegebenes Blut bedingt bei Tieren verschiedener Gattung Bildung eines und desselben Desmons. Künstliches Desmon bildet sich unabhängig von dem Vorhan-sein des entsprechenden Alexins. In Bezug auf die Wirkung erhöhter Temperaturen und die Veränderung der chemischen Reaction beobachtet man zwischen dem künstlichen und dem physiologischen Hämolysin keinen Unterschied.
Die Rolle, welche die Milz hei dem Kampf des Organismus gegen die Ansteckungsstoffe spielt, leitet den Verfasser zu der Voraussetzung, dass dieses Organ an der Ausarbeitung der Hämolysine ebenfalls teilnimmt. Eine Reihe von Versuchen unter Entfernung der Milz bestärkte diese Ansicht und leitete Verf. zu folgenden Schlüssen:
Die Milz spielt bei der Ausarbeitung des künstlichen Hämolysins eine do-minirende Rolle. Die Hämolysinbildung ist mit der Function der Milz, nicht bloss mit der Gegenwart von deren Zellenelementen in der Bauchhöhle, eng verknüpft.
Die Milz hat für die Erhaltung schon ausgearbeiteten Hämolysins keine Bedeutung.
Künstliches Hämolysin ist das Resultat der Reaction des Organismus auf in denselben eingedrungene rote Blutkörperchen eines andern Tieres.
Bei pathologischen Zuständen des Organismus, wie z. B. infolge von Hunger oder acuten Störungen des Atmungsprocesses, bleiben die Homolysine unverändert.
Ockerblom, I. Ueber die Xanthinkörper in der Subrhenaldrüse und die in letzterer befindlichen den Blutdruck erhöhenden Stoffe. Inaug.-Diss. zur Erlangung der Würde eines Doctor med. (Aus dem chemischen Laboratorium des kais. Instituts für experimentelle Medicin). St -Petersburg. 19 0 0.
Auf Prof. NenckPs Vorschlag hin untersuchte der Verfasser die Xanthinkörper der Subrhenaldrüse. Um die Xanthinkörper von einander zu trennen, benutze er Solomon & Kriiger's Methode (Z. f. pliys. Chemie 26;U). Die erhaltenen Resultate zeigen, dass, T. Holm’s Angaben zuwider, das Xanthin den Hauptbestandteil aller Xanthinkörper der Subrhenaldrüse bildet; weiter kommen: 1—Methylxanthin, Hypoxanthin, Epiguanin und Adenin.
Der den Blutdruck erhöhende Stoff der Subrhenaldrüse giebt mit Eisen-chlorür eine in Weingeist unlösliche Verbindung. Beim Benzoyliren giebt diese Eisenverbindung ein dickflüssiges, syrupähnliches Product, welches im Exsiccator erhärtet, aber nicht krystallisirt.
Das mittels 2%-iger Schwefelsäure in zugeschmolzenen Röhren zersetzte Benzoat giebt eine Lösung des den Blutdruck erhöhenden Stoffes, aus welcher pikrinsaures Natrium unbedeutende Mengen eines Pikrats ausscheidet. Die Eisenverbindung des physiologisch wirkenden Stoffes der Subrhenaldrüsen enthält auf Grund ausgeführter Analysen durchschnittlich 41,48% C; 6,34% H; 5,51% N und 14,62% Fe.