﻿BIBLIOGRAPHIE.
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Krawkoff, N. Prof, lieber die Pentosen im tierischen Organismus und die Ursache der Pentosurie. Ans dem pharmakologischen Laboratorium der militärisch' medicinischen Academie. Wratscb. 1901 X2 31.
Der Autor fand, dass beim Kochen der Muskeln von Kaninchen mit Salzsäure bei Gegenwart einer kleinen Menge von Phloroglucin rosa Färbung der Flüssigkeit, d. h. eine für die Pentose charakteristische Reaction, entsteht. Bei fortgesetztem Kochen verschwindet die Färbung. Nimmt man, anstatt Phloroglucin, Orcin, so beobachtet man bläulich-violette Färbung, die in smaragdgrüne übergeht. Wird ein solche Lösung mit Amylalkohol behandelt, so geht die Färbung auf diesen über, und giebt eine solche Lösung bei der spectroscopisehen Untersuchung die der Pentose eigenthümlichen Absorptionslinien. Um die Pentose in Gestalt des entsprechenden Osazons zu isoliren, behandelte der Autor Rindfleisch (in einem Falle die Muskeln eines Hundes) zuerst mit kaltem, dann mit heissem Wasser solange, bis die Waschwässer nicht mehr die Reaction auf Glycogen und Zucker gaben. Bei einer solchen Behandlung wurde die Substanz, welche die Reaction der Pentose giebt, nicht extrahirt. Darauf wurde das Fleisch während 1—2 Stunden auf offenem Feuer mit 1—2% Salzsäurelösung behandelt, die erhaltene Flüssigkeit ab gekühlt und durchgeseiht. Das erhaltene Filtrat gab nicht unmittelbar die Reaction der Pentose, obgleich die Reaction auf Phenylhydrazin die Gegenwart eines Kohlehydrats in dem Filtrat genügend bewies. Mittels eines besondern Versuchs fand der Autor, dass die Ursache dieser Erscheinung das Vorhandensein von Albumoso-Peptonen war, bei deren Gegenwart die Reaction der Pentose auf Phloroglucin und Salzsäure nicht gelingt. Dadurch erklärt sich auch das Verschwinden der Färbung während der Reaction auf Phloroglucin bei fortgesetztem Kochen, welches eine reichliche Bildung von Albumoso-Peptonen hervorruft. Im weiteren schied der Autor aus dem kohlehydrathal-tigen Filtrat das Osazon aus; der Schmelzpunkt des erhaltenen Osazons sowie die Elementaranalyse zeigten dessen Aehnlichkeit mit dem Pentoso-Osazon.
Auf Grund dieser Beobachtungen glaubt der Autor sich berechtigt anzunehmen, dass beim Kochen des Muskelgewebes mit Salzsäure eine der Pentose ähnliche oder gar mit derselben identische Substanz sich bildet. Im Gegensatz zu dem Glycogen- und Zuckervorrat bleibt der Vorrat an diesem Kohlehydrat sogar bei längerem Hungern unverändert. Aus den Muskeln eines Hundes, welcher durch Hungern gegen 60% seines anfänglichen Gewichts verloren hatte, erhielt der Autor ein bedeutende Menge Pentoso-Osazon. Liebig’s Fleisch extrat, die Muskeln von Ochsen, Kaninchen, Hunden, Tauben, Fröschen, Fischen und Krebsen gaben die Reaction der Pentose. Die erhaltenen Pentoso-Osazone aber unterschieden sich von einander sowohl durch die Form ihrer Krystalle als auch durch deren Schmelzpunkt. Auf Grund seiner Beobachtungen wagt der Autor es zwar nicht zu behaupten, dass das Kohlehydrat (resp. die Pentose), welches sich von dem Muskelgewebe verschiedener Tierklassen abspaltet, nicht ein und dasselbe ist, hält aber diese Voraussetzung für höchst wahrscheinlich.
Ausser den Muskeln führte der Auter die Reaction auf Pentose qualitativ auch mit einigen anderen Organen aus. So gaben z. B. bei dem Kaninchen