﻿Zur Franc uadi der Kolilensäurediffusion aus dem Blut
beim Atmen.
Yon I. Setschenow.
{Nach der zurückgebliebenen Handschrift).
Indem ich diejenige meiner Arbeiten, die in verschiedenen Zeitschriften zerstreut sind und es verdienen erhalten zu werden, behufs Herausgabe derselben nach meinem Tode, sammelte und ordnete, gewahrte ich, dass ich in meiner Abhandlung <Die Kohlensäure des Blutes > *) die durch in derselben angeführte experimentelle Daten begründete Möglichkeit des Beweises, dass die Ausatmung der Kohlensäure aus dem Blut durch Diffusion allein, ohne irgend welche andere Einflüsse, vor sich gehen kann, ausser Acht gelassen hatte. Vorliegende Notiz soll diese Lücke ausfüllen.
Vor allem ist es notwendig die dieser Frage entsprechenden experimentellen Daten anzuführen. Dieselben resultiren aus Versuchen über die Absorption der Kohlensäure durch Serum, aufgelöstes Cruor (eine serumfreie Lösung von roten Blutkörperchen) und Hämoglobin von drei Blutarten (Hunde-, Kalbsund Pferdeblut) und beziehen sich auf die Fähigkeit aller drei Bestandteile des Blutes, C02 zu absorbiren und chemisch zu binden. Diese Thatsachen sind durch eine grosse Anzahl von übereinstimmenden Versuchen bewiesen worden, doch genügt es hier, in diesem Auszug aus einer grösseren Arbeit, einige der handgreiflichsten Beispiele anzuführen.
In der untenstehenden Tabelle sind alle für unsern Zweck notwendigen Zahlenwerte angeführt. Die Volumina (V) der absorbirenden Flüssigkeit sowie diejenigen der Gase sind in Ccm. gegeben und die letzteren auf 0° und 1 M. Druck reducirt. P bedeutet den Druck, unter welchem die Absorption stattfand; t—die Temperatur des Versuchs; A—die totale Absorptionsgrösse Y—den Lösungscoefficienten; Vx—die mittelst desselben ausgerechnete, den verschiedenen Druckverhältnissen entsprechende Grösse der chemischen Absorption. Die sich ihrem Sinne nach unterscheidenden Versuche sind von einander durch dicke Striche getrennt.
*) Mémoires de l'acad. des Scienc. de St.-Pétersb. YII Série.T. XXVI, jV 13.