﻿KOHLENSÄURE DIFFUSION AUS DEM BLUTE BEIM ATMEN.
11
Das Serum, welches Alkalien enthält und C02 chemisch bindet, löst diese zugleich auf, und die leichteste Methode, den Lösungcoefficienten zu bestimmen, besteht darin, dass man die totalen durch normales und durch mit dem gleichen Volum Wasser verdünntes Serum absorbierten C02-Mengen mit einander vergleicht. In letzterem ist die Alkalienmenge um das Doppelte verringert, und es bindet daher zweimal weniger Kohlensäure. Wenn ausserdem der Lösungscoefficient des normalen Serums sich wenig von dem Lösungs-coefficienten des Wassers. derselben Temperatur unterscheidet, so stellt die Differenz zwischen den gleichen Druckverhältnissen entsprechenden totalen Absorptionsgrössen durch normales und verdünntes Serum die Grösse der chemischen Absorption des verdünnten Serums vor. Nach Abzug dieser Grösse von der totalen Absorptionsgrösse bleibt eine Zahl zurück, welche die Ge--sammtmenge des gelösten Gases ausdrückt; daraus lässt sich der gesuchte Coefficient schon leicht berechnen. In den zwei ersten Versuchen finden wir alle Angaben zu einer solchen Berechnung. In Versuch 1 hat normales Serum bei 676,41 mm. Druck 40,56 cc. C02, und verdünntes (Vers. 2) bei 676,51 mm. 35,64 cc. C02 absorbiert. Die Differenz zwischen diesen C02-Men-gen zeigt die Grösse der chemischen Absorption durch das verdünnte Serum, nach Abzug derselben von 35,64, der totalen Absorptionsgrösse, erhält man 35,64—4,92=30,72, eine Zahl, welche die in dem gegebenen Volum absorbierender Flüssigkeit (45,62 cc.) unter 676,51 mm. Druck gelöste C02-Menge vorstellt. Daraus ergiebt sich der gesuchte Lösungscoefficient, d. h. die Absorptionsgrösse auf. 1 ccm. Flüssigkeit bei 1000 mm. Druck, wie folgt:
^ ^	-= 0,995. Auf dieselbe Weise wurde in Vers. 6 und 7 aus
45,62 X 676,51	5
den gleichen Druckwerten (610.21 und 610,39) entsprechenden Gesammt-grössen, der Lösungscoefficient von C02 im Cruor (0,98) berechnet, und erwies sich, ebenso wie im Serum, sehr nahe dem Lösungscoeffidenten in Wasser, da letzterer bei 15,2° C. ebenfalls ungefähr 1 ist. Mittels dieser Coefffcienten sind in der Tabelle aus den totalen Absorptionsgrössen (unter A) die der Reihe von Druckwerten entsprechenden Grössen der chemischen Absorption (unter Vx) berechnet (über Vers. 11 mit Wasser wird weiter unten die Rede sein).
Vers. 1—5 zeigen den Verlauf der chemischen C0.2—Absorption durch Serum in der Abhängigkeit vom Druck. In den ersten 3 Versuchen findet die Absorption bei % Atmosphäre übersteigenden Spannungen des zu absorbierenden Gases statt, und die Grössen der chemischen Absorption bleiben hier mit der Steigerung des Druckes fast unverändert; in F ers. 4 und 5 dagegen stehen neben solchen Druck werten relativ niedrige (230 und 40 mm.) und diesen letzteren entspricht eine bedeutende Abnahme der chemischen Absorption,—in Vers. 5 etwa auf %, in Vers. 4, wo der Druck bedeutend niedriger ist, schon auf J/3. Dies bedeutet, dass bei der Druckabnahme von 1 Atmosphäre bis V3 Atm. die chemische Absorption sich nicht merklich ändert, von da an aber beginnt abzunehmen und zwar um so schneller, je niedriger der Druck wird, da bei 0mm Spannung auch die chemische Absorption = 0 ist.