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KOHLENSÄURE DIFFUSION AUS DEM BLUTE BEIM ATMEN.
Vers. 8, 9 und 10 zeigen dasselbe für das Cruor (die aufgelösten Blutkörperchen) und für das Hämoglobin. Hier ist die Abhängigkeit der chemischen Absorption vom Druck noch schärfer ausgesprägt als beim Serum: in Vers. 9 entspricht der Druckerniedrigung von 700 mm. bis auf 40 eine Abnahme der Grösse der chemischen Absorption von % und in Vers. 4, auf V3- Auch bei mittleren Druckwerten bleibt die Absorption durch das Cruor und durch das Hämoglobin nicht unverändert, sondern nimmt überall mit der Druckerhöhung zu.
Für unseren Zweck ist noch Folgendes zu bemerken. Bekanntlich, ist das Hämoglobin dem Gewichte nach der Hauptbestandteil der roten Blutkörperchen, und haben meine Versuche ergeben, dass das Hämoglobin, unabhängig von den Alkalien, C02 chemisch absorbiert. Diese Absorption wiederholt, sowohl der Grösse als dem Charakter (d. h. der Abhängigkeit von dem Druck) nach, dasselbe, was das Cruor, d. h. die Auflösung der ganzen Blutkörperchen, giebt. Mit anderen Worten, die chemische Absorption der CO, durch die Blutkörperchen wird durch deren Hauptbestandteil—das Hämoglobin—bestimmt.
Am Ende der Tabelle ist ein an Wasser bei 37°—37,5° C., d. h. bei der Temperatur des Blutes der W7armblütler, angestellter Versuch angeführt und der dieser Temperatur entsprechende LösungscoefAcient, 0,569, gegeben. Wir haben oben gesehen, dass C02 durch beide Bestandteile des defibrinirten Blutes fast ebenso wie durch Wasser,—nur etwas schwächer,—aufgelöst wird; aus diesem Grunde muss der Lösungscoeflicient der CO, im defibrinirten Blute demjenigen in Wasser fast gleichkommen. Denselben werden wir im Weiteren gleich 0,56 annehmen und nicht blos für das defibrinirte sondern auch für das normale Blut, da der durch Difibrinirung bewirkte Unterschied in der Zusammensetzung des Blutes nicht der Art ist, die Löslichkeit der Gase zu beeinflussen.
Zum Schluss noch eine Bemerkung. Beim Atmen kommt nicht defibrinir-tes sondern normales Blut in Betracht; die oben beschriebenen Versuche wurden dagegen an anormalem, durch Gerinnung verändertem Blute angestellt. Folglich entsteht noch die Frage, ob die erhaltenen Resultate sich auf normales Blut übertragen lassen.
Gegen das Blutserum hat ein solcher Einwurf seinen Grund und ist bis jetzt noch nicht näher geprüft worden; deshalb werde ich bei der weiteren Untersuchung der physiologischen Frage zwei Fälle im Auge haben: 1) wenn die am Blutserum erhaltenen Resultate auf das Plasma übertragbar sind, d. h. wenn dieses, gleich dem Blutserum, CO, in Abhängigkeit von dem Druck chemisch bindet und 2) wenn eine solche" Uebertragung nicht stattfinden kann, d. h. wenn das Plasma CO, chemisch unabhängig von dem Druck, oder richtiger in einer ebenso schwachen Abhängigkeit wie schwache Na,COs-Lösungen, absorbiert. Was nun die Möglichkeit anbetrifft, die Resultate, welche an den Blutkörperchen des durch Gerinnung veränderten Blutes erhalten wurden, auf diejenigen des normalen zu übertragen, so kann darüber kein Zweifel herrschen, und zwar aus folgendem Grunde: die chemische Absorption von CO, durch die Blutkörperchen des defibrinirten Blutes wird der Grösse und dem Charakter nach durch deren Hauptbestandteil, nämlich das Hämoglobin,