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KOHLENSÄURE DIFFUSION AUS DEM BLUTE BEIM ATMEN.
f Die Differenz 280 — 212,8 = 67 stellt den im Blute aufgelösten und in V aus dem Blute in die Lunge übergegangen Teil des Gases vor.
Woher kommen nun die fehlenden 233 ccm ?
Dieses Deficit kann offenbar nur durch die vom Blute schwach-chemisch gebundene CO, gedeckt werden, soweit eine dazu genügende CO,-Menge aus dem ganzen Vorrat derselben, der Spannungserniedrigung von 50 mm. auf 38 mm. entsprechend, sich ausscheiden kann.
Um diese Frage zu entscheiden, führe ich zwei an frischem defibrinirtem Hundeblut angestellte Versuche an.
JV»	V	t	P	A	V Chemische Absorption
auf 100 Blut.
12	50,179	37°—37,5° C. 48,58	16,456	0,56	30,07
13	>	>	30,15	11,630	0,56	21,50
Die Versuche zeigen, dass 100 ccm. Blut, bei dessen normaler Temperatur und circa 50 mm. Druck mit CO, gesättigt, beim Fallen des Drucks um 18 mm. 8^,5 ce, Gas abzugeben vermögen; mit andern Worten, 100 Blut enthalten 8,5 ccm. CO,, welche mittels Diffusion in die Atmosphäre, mit einer um 18 mm. geringeren CO,-Spannung sich ausscheiden können.
Um aber den C02-Mangel von 233 ccm. zu ersetzen, genügen schon (für eine Druckerniedrigung von 12 mm,), 2,5 ccm. aus dem Vorrat an scliwach-gebunder Kohlensäure, weil 10000 ccm. dann 250 ccm. liefern würden; folglich ist der Ersatz des Mangels aus genannter Quelle sogar im Ueber-fluss möglich, so dass das Blut, nachdem es das den Geweben Entlehnte den Lungen übergeben hat und zu den Geweben zurückgekehrt ist, vermag denselben aufs neue Gas zu entlehen, nicht nur im früheren sondern in erhöhtem Grade, da der diffusionsfähige Vorrat des chemisch-gebundenen Teils der CO, offenbar grösser als 2,5 auf 100 ccm. Blut ist.
Betrachten wir jetzt den anderen Fall, wo die CO, von den Blutkörperchen in Abhängigkeit vom Druck allein gebunden, vom Plasma aber gleich einer schwachen NaC03-Lösung, d. h. beinahe unabhängig von dem Druck, zwischen 50—38 mm. dieses letzteren, absorbiert wird.
Unter solchen Bedingungen würden die mit CO, bis zur A erwandlung des Na, C03 in Bicarbonat einmal gesättigten Plasmaalkalien unfähig werden sowohl der Lunge eine der Spannungdifferenz 50—38 entsprechende, merkliche Gasmenge abzugeben, als die C02 den Geweben zu entnehmen; und die ganze Arbeit des Umtausches würde auf den in beiden Bestandteilen des Blutes aufgelösten Teil der C02 und auf den alleinig durch die Blutkörperchen chemisch-gebundenen Teil derselben fallen. Die Grösse des aufgelösten Teils, der in die Lungen überzugehen vermag, würde die frühere bleiben, nämlich 67 ccm., und die Deckung des Deficits auf die CO, der Blutkörperchen fallen. Die Blutkörperchen nehmen 0,4 des Blutvolums ein, und wenn sie auf gleiche Volumina ebensoviel CO, binden würden wie das Serum, so würde im normalen Blut mit inactivem Plasma auf ihren Teil ein bis auf 0,4 reducirter Vorrat an chemisch schwacbgebundener CO, kommen.