﻿KOHLENSÄURE DIFFUSION AUS DEM BLUTE BEIM ATMEN.
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Die Blutkörperchen binden aber bei circa 50 mm. Druck ungefähr anderthalb-mal mehr C02 als das Serum; folglich würde auf ihren Teil, den Zahlenwerten der Yers. 12 und 13 gemäss, die Hälfte von 8,5 ccm., oder sogar etwas mehr, der bei der Druckdifferenz 50—38 mm. diffusionsfähigen Kohlensäure kommen. Es wären also die Blutkörperchen allein im Stande, das Deficit von 233 ccm. durch die Abgabe von 2,5 ccm. C02 auf 100 Blut zu decken; möglicherweise würden sie auch bei verstärkter Bildung von CO„ in den Geweben (resp. verstärkter Abgabe dieses Gases aus dem Blute in die Lungen) mit dieser Arbeit fertig werden, da bei der Ausatmung von Kohlensäure aus dem Blute stets eine verstärkte Ventilation der Lunge (Verstärkung der Atembewegungen), d. h. Verminderung der C02-Spannung in den Lungenalveolen unter 38 mm. zu Hilfe kommt.
Theoretisch wäre also der respiratorische C02-Wechsel sogar in dem Falle möglich, wenn das Plasma unfähig wäre, C02 in Abhängigkeit von dem Druck zu binden J).
Welche Bedeutung hätten dann aber die Alkalien des Blutplasma?
Das Plasma sowohl des Blutes als der Lymphe würde die wichtige Bedeutung einer Vorratskammer für die Alkalien haben, welch letztere die fast ununterbrochen im Körper sich entwickelnden und dem Organismus schädlichen Säuren, abgesehen von der Kohlensäure, zu neutralisiren und in Gestalt unschädlicher Salze aus dem Körper auszuscheiden vermögen. Dabei dürften die ins Blut gelangenden Säuren die Befreiung der chemisch-gebundenen C02 vermitteln und dadurch die verstärkte Ausscheidung derselben durch die Atmung bedingen; trotzdem wäre diese Thätigkeit keine respiratorische, da sie in keiner Verbindung mit der Atmung der Gewebe steht. Diese Nebenfunction behalten die Alkalien des Plasma offenbar auch dann, wenn dieses die C02 in Abhängigkeit vom Druck bindet.
Somit beweisen die angeführten Versuche,
dass die Kohlensäure aus dem Blute durch Diffusion ausgeatmet und die Möglichkeit dazu, abgesehen von der Auflösung des Gases, durch die schwache chemische Absorption desselben durch die beiden Hauptbestandteile des Blutes oder durch die Blutkörperchen allein gegeben wird.
*) Als einziges Argument gegen die Möglichkeit des respiratorischen COa-Umtausclies durch die alleinige Thätigkeit der Blutkörperchen würde die Thatsache dienen, dass sowohl der Mensch als die Tiere ungestraft grosse Blutverluste ertragen können; doch hängt diese Fähigkeit vielleicht davon ab, dass hei starken Blutverlusten die Kohlensäureentwicklung in den Geweben bedeutend abnimmt.