﻿I. M. SETSCHENOW.


wig u. a.,—angebalmt hatten. Er war der erste, der in Russland bei seinen Vorlesungen die experimentelle Unterrichtsmethode in der Physiologie systematisch anwandte, infolgedessen sowie auch infolge seines vorzüglichen, talentvollen Vortrags seine Vorlesungen von der lernenden Jugend stets eifrig besucht wurden. Setschenow’s grösstes Verdienst bestand aber darin, dass er die experimentelle Physiologie auf den russischen Boden verpflanzte, indem er seinen Laboratorien den Charakter eines wissenschaftlichen Centrums beizugeben wusste, in welchem Lehrer und Schüler mit grossem Eifer verschiedene physiologische Fragen ausarbeiteten. Viele seiner Schüler wurden in der Folge bekannte Gelehrte und Professoren russischer Universitäten und anderer Hochschulen, wie z. B. die weiland Professoren Paschutin, Spiro, "W oroschiloff, und die Professoren Tarchanoff, Wwedensky, Werigo, Salaskin, Chlopin, Krawkow, Uschinsky u. a.
Setschenow’s psychologische Schriften,—besonders seine <Reflexe des Gehirns >,—und populär-wissenschaftliche Werke und Vorlesungen erweckten in weiten Kreisen der russischen Gesellschaft reges Interesse und machten seinen Namen bekannt und beliebt.
Prof. Setschenow war stets ein warmer Verfechter der höheren Frauenbildung: er war der erste in Russland, welcher im Jahre 1861 den Frauen den Zutritt in sein Laboratorium gestattete, und als die höheren Frauen-curse gegründet wurden, übernahm er die Vorlesungen daselbst.
Seine Teilname für eine möglichst grosse Verbreitung der Bildung in allen Klassen der Gesellschaft bezeugte Setschenow unter anderem auch dadurch, dass er, schon als 73-jähriger Greis, nachdem er aufgehört hatte an der Universität thätig zu sein, als Lector an den sog. Pretschistien’sehen Ar-beitercursen auftrat.
Diese seine weitgehende Wirksamkeit im Interesse der Kultur ist es, die Setschenow’s Ruf begründete und ihm die tiefe Verehrung seiner Mitbürger zuzog.

1) Einiges über die Vergiftung mit Schwefelcyankalium. Virchow’s Arch, für pathol. Anat. und Physiol. XIV p. 356, 1858, 2) Beiträge zur Pneuma-tologie des Blutes. Sitzgsber. der Wien. Akad. mat. naturwiss. Cl. XXXVI S. 293, 1859. 3) Ueber die Fluorescenz der durchsichtigen Augenmedien beim Menschen und einigen anderen Säugethieren. Gräf. Arch, f. Ophtalmologie. Bd. \ Abt. 2, 1859.	4) Materialien zur zukünftigen Physiologie
des acuten Alkoholismus. (MaTepiaati Æja öyaymeö (fni3iojiorni ajiKoroji&Haro ontuHeHia). Inaug.-Dissert. zur Erlangung der Würde eines Dr. med. St.-Petersb., 1860. 5) Vorlesungen über tierische Elektricität (JleKnjii o ækiibot-HOMib ojieKTpnuecTBk). Mil.-med. Journ., 1861. Besondere Ausgabe, 1862, 6) Die Durchschneidung des Nerven als Bedingung des Anwachsens seiner Reizbarkeit (Hepepk3Ka HepBa, raict ycjioßie napocTanm ero pa3#pa-jKHTejiLHOCTn). Medic. Wiestnik. AAV 33 u. 34. 1861. 6-a) Pneumatologische
I Notizen. Zeitsch. f. rat. Med. III R. X Band. 1861. 7) Die vegetativen Processe im tierischen Leben (PacTiiiejLHHe atcra Ba> sshbothoii jkh3hij)