﻿NOTIZEN ÜBER DIE BILDUNG DES KNOCHENGEWEBES.
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als auf die einzigen aulbauenden Elemente des hochdifferencirten Gewebes des definitiven Knochens, gerichtet.
Es müsste somit die Frage weit vereinfachter und blos auf das Studium der Natur und der Lebensthätigkeit der Osteoblasten beschränkt erscheinen; es ist jedoch nicht zu leugnen, dass in dieser Beziehung noch gar zu wenig geleistet ist. Wenn der Ossificationsprocess bis jetzt für einen der verwickeltsten und dem Verständniss am schwersten zugänglichen gehalten wird, so liegt das meiner Ansicht nach daran, dass es an cytologischen Thatsachen mangelt, auf Grund deren wenn nicht Identität, so doch Analogie in der Genesis und Structur des Knochengewebes und denjenigen anderer Gewebe aus der Gruppe der Bindegewebssubstanz festgestellt werden könnte. Zwar ist in Bezug auf die Structur eine solche Identität in der Hauptsache schon anerkannt; in Betreff des Urspungs der verschiedenen Elemente der Knochen giebt es aber noch viele offene Fragen, welche dem Knochengewebe einen besonderen, ausschliesslichen Platz anweisen. Wenn die Osteoblasten, die epithelartig fest aneinandergedrängt liegen, in Knochenzellen sich verwandeln, so fragt es sich, woraus die faserige Knochengrundsubstanz besteht, die so complicirt gebaut ist und ihrer Masse und Bedeutung nach in dem, wozu das Knochengewebe bestimmt ist, die Hauptrolle spielt? Woher stammt das Ossein, woher kommen die Mineralsalze? Was ist das weitere Schicksal der Osteoblasten, nachdem sie ihre Matrix verlassen haben und in ein ganz neues Medium gelangt sind. Wo entspringt und wie ^wächst die hochdifferencirte und deshalb in einem gewissen Grade inerte Knochensubstanz in der Periode, wenn das Knorpelmodell dem sich entwickelnden Knochen sich entzieht, dieser aber zugleich erhöhte knochenbildende Thätigkeit nicht blos an der Peripherie durch Apposition sondern auch, um seine definitive Architektonik zu erreichen, in der compacten Substanz durch intersticielle Ablagerungen entfalten muss? Das sind unter vielen anderen die Hauptfragen, die beim Studium des Ossificationsprocesses sich uns aufdrängen und deren Beantwortung auch auf diesen bis jetzt noch unklaren Vorgang, der uns mehr dem allgemeinen Plan nach als seitens der daselbst stattfindenden cytologischen Erscheinungen bekannt ist, ein gewisses Licht werfen dürfte.
Im Laufe meiner Arbeiten über die Genesis des Knochengewebes begegnete ich einigen Thatsachen, die, wie mir däucht, vom Standpunkte obenerwähnter Fragen aus einige Aufmerksamkeit verdienen. Diese Thatsachen sind es, die ich mir erlaube hier in Kürze mitzuteilen, ohne darauf Anspruch zu machen eine systematische und volle Beschreibung des ganzen Ossificationsprocesses von Anfang bis zu Ende geben zu wollen. Ausserdem erlaubt mir die von mir gewählte Form dieser Abhandlung, als vorläufige Mitteilung, die einschlägige Literatur nicht anzuführen und deren Uebersicht sowie verschiedene Einzelheiten meiner Beobachtungen, die ich hier nicht aufgenommen, erst in der definitiven Arbeit zu geben.
Als Untersuchungsmaterial dienten mir Embryonen und junge Individuen von Axolotlen, Hunden, Katzen, Schafen, Schweinen, menschliche Embryonen, Knochen von Kälbern, Ochsen, Menschen, das Operculum des Kiemenapparats nd Fischschuppen. Die Anschaffung des Materials, welches zum Studium der