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KOTIZEN ÜBER DÎE BÎLDÜNG ÜES KNOCHENGEWEBES.
Behandlung, faserigen Grundsubstanz und charakteristischen Knochenzellen, sehen. In frühen Entwicklungsstadien finden wir hier keine Spur von Periost, und die ganze Knochenanlage bildet sich auf Kosten des weichen Bindegewebes. Einige Zellen dieses Gewebes differenciren sich zu Fibroblasten, die in parallelen Reihen in zwei sich rechtwinklig kreuzenden Richtungen sich anordnen, so dass eine Art von Geflecht entsteht, welches sehr an das aus Kette und Schuss auf dem Webstuhl erhaltene Gewebe erinnert. Die Maschen dieses Gewebes umfassen Zellen anderer Art, die anfänglich einen ganz indifferenten embryonalen Charakter haben, in der Folge aber allmälig Fortsätze aussenden und zu typischen Knochenzellen werden. Imprägnation mit Kalksalzen wird in dieser Periode noch nicht beobachtet; die Grundsubstanz homogenisirt sich jedoch so weit, dass ohne specifische Behandlung ihr fibrillärer Bau ganz verschwindet. Von einer solchen Anlage aus ziehen in regelmässigen parallelen Reihen die Enden der Kette und des Schusses noch allen Seiten hin, und alles dies wird, mit Ausnahme der Zellen, von bleu de Lyon intensiv blau, von Picrinsäure nebst Indigocarmin, nach Caleja, grün gefärbt. Kur in den centralen Teilen der Anlage ist die Intensität der Färbung eine etwas geringere. In dem vorliegenden Object sind die Fasern oder, richtiger, die daraus bestehenden Bündel gröber und in ihrer Entwicklung weiter vorgeschritten, ohne die Einwirkung der andern, der fertigen Knochensubstanz eigentümlichen, chemischen Ingredienzien noch erfahren zu haben; infolgedessen reagiren sie charakteristisch auf die für leimgebende Fibrillen electiven Farben. Da aber der Unterschied zwischen der osteoiden grobfaserigen und der feinfaserigen Knochengrundsubstanz bei den höheren Wirbeltieren bloss in der Gruppirung der Fibrillenbündel, nicht aber in deren chemischer Natur besteht, so darf man wohl behaupten, dass auch die feinsten Fibrillen, die in der osteogenen Schicht der Beinhaut sich entwickeln, in dieser Hinsicht mit den ersteren identiscli sind. Wenn sie trotzdem ihre electiven Eigenschaften den erwähnten Farbstoffen gegenüber nicht an den Tag legen, so geschieht das einmal, weil wir sie in der osteogenen Schicht in statu nascendi antreffen, zweitens weil sie in der Knochengrundsubstanz, wo sie ihre Eigenschaften eines reifen Gewebes schon offenbaren könnten, sofort von Substanzen einer anderen che mischen Natur imprägnirt werden, wovon die Rede weiter unten sein wird.
ln Obigem sehen wir den ersten Typus von Zellen der osteogenen Schicht. Nicht an allen Stellen des Präparats gelingt es leicht, deren Schicksal im Sinne ihres Untergangs behufs Erzeugung von Fibrillen bis zu Ende zu verfolgen; bei weitem nicht alle besitzen einen distalen Fortsatz, dessen Anblick allein besondere Elemente in denselben vermuten lassen würde; im Gegenteil, in den allermeisten Fällen sind diese Zellen dem Aussehen nach den wirklichen Osteoblasten Gegenbaur’s so ähnlich, dass es ganz verständlich erscheint, warum sie bei der Beobachtung ungenügend feiner Schnitte und wenig geeigneter Behandlungsmethode der Aufmerksamkeit entgehen und bis jetzt in den Lehrbüchern gewöhnlich als wirkliche Osteoblasten beschrieben werden. Diese letzteren, die den zweiten Typus der in der osteogenen Schicht befindlichen Zellen vorstellen, beginnen schon sehr früh ihre morphologischen Unterscheidungsmerkmale an den Tag zu legen. Vor allem werden sie etwas grösser