﻿24
NOTIZEN ÜBER DIE BILDUNG DES KNOCHENGEWEBES.
ist, so dass man den Eindruck, natürlich nur einen äusserlichen, eines zweiten Zellkerns erhält. Dieser Eindruck wird noch dadurch erhöht, dass im Centrum vieler, obgleich nicht aller Vacuolen die Basalfarben kleine runde Körperchen aufdecken, die sehr an die in den wirklichen Kernen der Osteoblasten befindlichen Nucleolen erinnern. Das Vorhandensein solcher, von einer ganz homogenen hellen Zone umgebener Körperchen leitete Sacerdotti und Frattin zu der Vermutung, dass man hier vielleicht Centrosome vor sich habe; doch hat eine specielle Behandlung der Präparate mit Eisenhämatoxvlin keine sicheren Resultate geliefert (senza sicuro resultato). Bei meinen Untersuchungen setzte ich die Behandlung in dieser Richtung nicht fort, da das Centralkörperchen der Vacuole offenbar grösser als die Centrosome der Zellen der höheren Vertebrata ist, nur von Basalfarben gefärbt wird und in dem Teilungs-process keine Rolle spielt. Die Vermutung, dass es eine Centrosome ist, liess ich um so leichter fallen, als es mir gelungen ist das Schicksal der Vacuolen etwas weiter zu verfolgen.
Wenn wir einen unentkalkten Schnitt eines in Entwicklung befindlichen Knochens nehmen und denselben so behandeln, dass die Kalkverbindungen sich färben, so gewinnen wir die Überzeugung, dass überall, wo eine solche Farbendifferencirung das gewünschte Resultat liefert, die centralen Teile der Knochensubstanz am intensivsten gefärbt sind; zur Peripherie hin wird die Färbung allmälig schwächer, und zuletzt sieht man eine mehr oder weniger breite an der osteogenen Schicht liegende Zone von Grundsubstanz, wo gar keine Färbung stattgefunden hat. In dieser Schicht erscheint die Grundsubstanz unter dem Mikroscop homogenisirt und auf diese Schicht ist die topographische Verbreitung der mit Vacuolen versehenen Osteoblasten, die hier schon zu Knochenzellen sich umgewandelt haben, beschränkt. Wenigstens ist es mir bis jetzt nicht gelungen Vacuolen in den Zellenelementen der Zone zu entdecken, wo Zellen mit deutlichen Farbenreactionen des Kalks in der Grundsubstanz angetroffen werden. In der Randzone dagegen kann man zahlreiche vacuolisirte Osteoblasten beobachten, und treten hier die Vacuolen gewöhnlich infolge ihres grösseren Lichtbrechungscoefficienten deutlich hervor. Nicht selten nimmt die Vacuole ohne irgend welche sichtbare Veränderung ihres Inhalts an Umfang ab, trübt sich und verschwindet allmälig, wobei auch die Zelle selbst nach und nach kleiner wird. Nicht selten - aber werden dabei auch com-plicirtere Veränderungen beobachtet: die Vacuole nimmt eine Pseudowaben-structur an und zerfällt schliesslich in einen Haufen kleinerer Vacuolen, die einer Morula ähnlich dicht aneinandergedräugt liegen; dabei findet das optische Verschwinden der kleinen Bläschen von den am Rande befindlichen zu den centralen hin statt, bis die Vacuole endlich spurlos zergeht und durch basophiles Cytoplasma ersetzt wird. Da der Zellkörper dabei jedesmal kleiner wird, so entsteht unwillkürlich die Vermutung, dass der Vacuoleninhalt in die umliegende Grundsubstanz übergeht. Obgleich dies sehr wahrscheinlich ist, dürfte die Thatsache durch unmittelbare Beobachtung nicht zu beweisen sein.
Um die morphologische Charakteristik der Osteoblasten des beschriebenen Typus zu vervobständigen, können wir zu dem, was über die äussere F or in > Grösse u, s. w. derselben schon bekannt ist, noch einige Einzelheiten über