﻿NOTIZEN ÜBER DIE BILDUNG DES KNOCHENGEWEBES.
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den Kern hinzufügen. Der ziemlich grosse bläschenförmige, stets am distalen Ende der Zelle liegende Kern gehört zu der Categorie der chromatinarmen Kerne. Im Centrum desselben befindet sich ein ziemlich grosses Körperchen, welches von Basalfarben stark gefärbt wird, und nur eine kleine Anzahl feiner Chromatinfäden durchfurcht stellenweise das Caryoplasma. Das erhaltene Bild gleicht dem, welches man an Eier- oder Nervenzellen sieht: der grösste Teil des Chromatins ist gleichsam in dem Nucleolus concentrirt und hat seine normale Paranucle'innatur gegen die ihm fremde Nuclemnatur vertauscht. Solche Osteoblasten liegen neben Fibroblasten, und man kann häufig beobachten, wie der proximale Fortsatz eines Fibroblasten den zunächst liegenden Osteoblasten umfängt und, unter dessen Basis sich fortschiebend, diese von der anliegenden Zone der Knochengrundsubstanz trennt, wobei der Fibro-blast selbst, mit seinen feinsten Fibrillen in diese Substanz hineinwächst und optisch verschwindet. Es handelt sich hier natürlich nicht um eine Abtrennung des Osteoblasten, sondern um Anteilnahme desselben an dem Aufbau der Knochensubstanz. Das Gewebe letzterer entstellt ebenso, wie wii es an dem grobfaserigen Gewebe in der Extremität des Schafembryo gesehn, und wie es unabänderlich bei der Entwicklung der Schädelknochen, bei der Ablageiung von Knochensubstanz an der Oberfläche der Knorpelbalken in der primordialen Knochenmarkhöhle.—mit einem AVorte überall dort stattfindet, wo, infolge normaler oder pathologischer Bedingungen, der Organismus die Bildung von Knochengewebe erfordert, nur mit dem Unterschiede, dass die gegenseitigen Beziehungen zwischen den Bauelementen nicht überall so deutlich wie in dem angeführten Beispiel aüsgedrückt sind, was von dei speciellen Anordnung derselben in jedem einzelnen Falle abhängt.
Sobald der Osteoblast von den die leimgebende Substanz ausarbeitenden Fibroblasten enger umfangen wird, beginnt an dessen Peripherie ein enger heller Saum, der offenbar auf Kosten des Ektoplasma des Osteoblasten entsteht, sich zu differenciren. Infolge der Imprägnirung mit Substanzen, die denselben Lichtbrechungscoefficienten besitzen, homogenisiren sich die Fibrillen, und das Entoplasma beginnt nach allen Seiten hin zuerst kuize, dann längeie Fortsätze auszusenden, welche über die helle peripherische Zone hinausdiingen, indem sie dieselbe möglicherweise in die umgebende Grundsul stanz hinausdehnen. Die allmälige Verlängerung der Fortsätze mit der Entfernung der Osteoblasten von der osteogenen Schicht infolge appositiver Aufschichtungen kann man sehr deutlich in der peripherischen Zone junger Knochen beobachten, in welcher, wie ich schon bemerkt, an unentkalkten Objecten es durch Farbenreaction nicht gelingt Kalkablagerungen nachzuweisen, wenigstens nicht im festen Aggregatzustande. Hier ist es nicht schwer zu bemeiken, oass man die Osteoblasten der Zahl und Länge ihrer Fortsätze nach in zwei Gruppen teilen kann. Die Mehrzahl derselben hat verliältnissmässig wenig Fortsatze, welche zudem keine Neigung offenbaren, sich zu verästeln und von dem Zellkörper weit sich zu entfernen. Dies gilt von den meisten Zellen; daneben aber erlebt es andere, reichlicher verzweigte Zellen, deren Fortsätze vorn Zellkörper mit breiterer Basis abgehen und dann, allmälig sich verjüngend, tief m die.' Grundsubstanz eindringen. Bei diesen Zellen erlaube ich mir, etwas längei mich aufzuhalten.