﻿NOTIZEN ÜBER DIE BILDUNG DES KNOCHENGEWEBES.
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man es an den Randkörnchen der Klasmatocyten oder Mastzellen, bei deren Umwandlung in Mucin oder in die mucinähnliche Substanz des faserigen Bindegewebes beobachtet. Es wirft sich von selbst die Frage auf, ob es nicht auch hier um Erarbeitung von Ossein oder einer ihm chemisch nahen Substanz sich handelt, welche die Bindegewebsfibrillen homogenisirt, da die soeben beschriebenen Erscheinungen an decalcinirten Präparaten beobachtet werden, wo von Kalk schon keine Rede mehr sein kann. Eine positive Antwort auf diese höchst wichtige Frage zu geben, ist es uns in Ermangelung entsprechender directer mikrochemischer Reactionem bisan noch nicht möglich.
In dem Maasse, wie die Ausarbeitung der Körner und deren weitere Umwandlung im Protoplasma fortschreitet, nimmt die Menge dieses letzteren ab, gleichsam als werde es bei dieser laboratorischen Thätigkeit verbraucht. Auch der Kern bleibt bei all diesen Veränderungen nicht unthätig, sondern weist Erscheinungen allmäliger Degeneration auf. Vor allem wird er etwas kleiner, compacter, und das Chromatin desselben verteilt sich diffus in dem ganzen Karyo-plasma. Es tritt charakteristische Picnose ein, wobei an nach Wolters bereiteten Präparaten die Kerne als schwarze runde Scheiben oder Bläschen erscheinen. Im weiteren folgt Auflösung des Chromatins, die Kerne werden dunkel-, dann hellgrau, schliesslich ganz blass, indem sie als schwaches Anzeichen ihrer früheren Existenz kaum merkliche Umrisse hinterlassen, und verschwinden schliesslich ganz. Auch das Protoplasma verschwindet, und an Stelle der früheren verästelten Zelle bleibt eine enge verästellte Spalte nach, die bei der Schrumpfung des Präparats leicht zu entdecken ist. Studirt man die soeben beschriebenen degenerativen Veränderungen in der Randzone eines jungen Knochengewebes, so bemerkt man unschwer, dass auch einige andre wahre Knochenzellen dasselbe Schicksal unter denselben Erscheinungen erfahren haben; infolgedessen wird, im Hinblick auf den gleichzeitigen Untergang der Fibroblasten behufs Ausarbeitung der fibrillären Grundsubstanz, die geringe Anzahl der Knochenzellen in den centralen Teilen des neugebildeten Knochens, im Vergleich zu der allgemeinen Anzahl der bildenden Elemente der osteogenen Schicht, verständlich.
Man darf nicht erwarten den von mir in einen besonderen morphologischen Typus ausgeschiedene grobkörnigen Zellen an jeder Stelle des Präparats und bei jeder Behandlungsmethode zu begegnen. Im Innern des Cambiums können sie ganz deutlich nur bei der frühesten Anlage des Knochengewebes beobachtet werden, wenn die Elemente der osteogenen Schicht noch weniger eng aneinander liegen. Ich kann noch hinzufügen, dass andere Behandlungsmethoden, die ich erprobt, mir nicht so instructive Bilder wie die oben beschriebenen gegeben haben. Aber in einiger Entfernung von der osteogenen Schicht, im Innern der Randzone der jungen Knochensubstanz, ist es auch in spätem Formationen des Knochens nicht schwer, besagte Zellen zu unterscheiden und zwar auf Grund eines charakteristischen Merkmals: Reichhaltigkeit an Protoplasma, sollte in jedem einzelnen Fall die Körnchenbildung auch nicht deutlich ausgedrückt sein. Es sind am wenigsten differencirte Zellen, die ihren embryonalen Charakter am meisten beibehalten haben und schliesslich untergehen, um eine Substanz zu erzeugen, über deren Natur man gegenwärtig nur Vermutungen aussprechen kann.