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NOTIZEN ÜBER DIE BILDUNG DES KNOCHENGEWEBFS.
bisher noch nicht gelungen ist zu erforschen, unter was für cytologischen Erscheinungen das Entstehen und Wachstum der Sharpey’schen Fasern in der intersticiellen Zwischenschicht stattfindet, so habe ich doch an Präparaten von Knochen eines erwachsenen Ochsen, wo diese Fasern sehr zahlreich sind, Zellen von embryonalem Typus dagegen nur einzeln oder in kleinen Gruppen Vorkommen, beobachtet, dass die Sharpey’schen Fasern aus derselben Schicht hervortreten. Solche gegenseitige Verhältnisse weisen auf eine nicht nur topographische sondern auch nähere, genetische, Beziehung zwischen den Zellenelementen und den faserigen Elementen des inneren Cambium hin.
Interessant ist noch die Thatsache, das einzelne basale grobkörnige Zellen auch in solchem Material angetroffen werden können, welches jede Möglichkeit, dass irgend welche zartere Structuren sich erhalten hätten, aus-schliessen sollten; ich meine Schliffe von aus dem anatomischen Theater kommenden Knochen, wo sie bezwecks möglichst vollkommener Abtrennung der weichen Teile einer vom histologischen Standpunkte aus höchst rücksichtslosen Behandlung unterworfen werden. Es erweist sich jedoch, dass in Wirklichkeit die weichen Teile nur von dei äusseren Oberfläche des Knochens und aus dem Knochenmarkkanal, vielleicht wohl auch noch aus den grösseren Kanälen der compacten Substanz entfernt werden; die kleineren Kanäle, besonders aber alle Knochenkörperchen halten ihren Inhalt ziemlich hartnäckig zurück. Unterwerfen wir den dünnen Schliff eines solchen Knochens der Behandlung, die wir an Schnitten eines entkalkten Knochens anwandten, und schüessen das Präparat in flüssigen Canadabalsam ein, damit alle dort befindlichen leeren Räume angefüllt und das Präparat aufgehellt werde, so sehen wir, das die Grundsubstanz des Knochens gar keine Färbung angenom men hat, alle Knochenhöhlen aber voll Zellen sind. Zwar lässt sich bei all diesen Zellen schlechte Conservirung wahrnehmen,—das Protoplasma derselben färbt sich fast garnicht, auch die Kerne sind schwach gefärbt; dennoch aber ist es leicht das Vorhandensein des Zellkörpers und des Kerns in jeder Höhlung zu constatiren. Neben verschrumpften Zellen trifft man verhältnissmässig recht gut erhaltene an, unter diesen, hie und da, einzelne charakteristische basale grobkörnige Zellen. Die Bedeutung dieser Zellen in dem definitiven Knochen bleibt bisan rätselhaft und scheint in Anbetracht der im Vergleich mit den typischen Knochenkörperchen geringen Anzahl derselben keine besonders wichtige zu sein.
Das Vorhandensein einer Zelle in jeder Knochenhöhle ist sogar an schlecht macerirtem Material, falls sie nicht etwa zufällig beim Schleifen mechanisch entfernt wurde, ausser durch erwähnte Färbung auch mittels jeder andern leicht nachzuweisen; es muss der Schliff nur im weiteren der gewöhnlichen Procedur: Einschliessung in Canadabalsam, Entwässerung und Aufhellung unterworfen werden. Dieser Umstand erweckte in mir Zweifel an der Richtigkeit der allgemein üblichen Deutung des Bildes der Knochenschliffe, so dass ich mir erlaube einige Worte hierüber zu sagen. Zwar berührt diese Frage meine Beobachtungen über die Genesis des Knochengewebes nicht unmittelbar; dennoch aber steht sie zum Thema meiner Arbeit in indirecter Beziehung, wie weiter unten ersichtlich sein wird,	.