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NOTIZEN ÜBER DIE BILDUNG DES KNOCHENGEtVEBES.
worden sie durchsichtig und auf Grund der Gesetze des Lichtbrechungsver-mögens schwer unterscheidbar.
Als Beweis der Richtigkeit einer solchen Deutung dürfte der Umstand dienen, dass bei der Durchtränkung des Knochenschliffes mit einer Flüssigkeit wir koine Bildung von Luftbläschen in derselben bemerken, während doch i)iS ^P^häumen verdrängte Luft im freien Zustande in Gestalt zahlreicher Bläschen sich offenbaren müsste. Dasselbe gilt auch von gewöhnlichen Knochenschliffen, die abei an sehr dünnen Stellen, wo die Elemente in einer Schicht liegen in der Luft beobachtet werden: die infolge mechanicher Entfernung der Knochenzellen leer gebliebenen Hohlräume bleiben dort ebenfalls ganz durchsichtig.
Was die. mittelgrossen und kleinen Haversischen Kanäle, in-denen dieselbe Erscheinung beobachtet wird, anbelangt, so ist die Ursache derselben wieder nicht, die Luft, sondern die innere Structur dieser Kanäle, die sich in der That in einem gewissen Maasse von der in den meisten Lehr-mchern beschriebenen unterscheidet. Dieser Beschreibung nach sind deren Wände entweder glatt oder mit kleinen in das Lumen des Kanals hineinra-genden Vorsprüngen versehen. Es is aber nicht schwer sich zu überzeugen dass deren Bau ein viel complicirterer ist. Bereitet man einen Schnitt aus einem im frischen Zustande genommenen und vorher fixirten entkalkten Kno-chen, wobei es besser ist den Schnitt ohne.Paraffin- oder Celloïdineinbettung auszufühien, und lässt ihn ausgebreitet auf dem Objectträger trocknen, indem man ihn ohne irgend eine Flüssigkeit oder ein Färbungsmittel mit dem Deck gläschen bedeckt, so gewahrt man Bilder, von denen eines auf Fm. II photographisch genau wiedergegeben ist.	°
Wir sehen hier einen Teil des Längsschnitts eines Haversischen Kanals, der sich m zwei Aeste teilt, die das Haversische System umfassen; in diesem ystem einen anderen Kanal im Querchnitt. Bei einer gewissen Einstellung der Linse gewahrt man, dass von den Kanalwänden zahlreiche Knochenbalken von verschiedener Dicke abgehen, welche die Hohlräume in allen «Richtungen durchziehen und durch ihre Kreuzungen ein dichtes Flechtwerk bilden in welchem die hier nicht dargestellten Gewebe und Blutgefässe liegen.- Wie schonungslos die Behandlung des Schliffs auch gewesen sei, ein Teil dieses Inhalts bleibt und bedingt durch seine Gegenwart optische Erscheinungen ähnlich denen die wir an undurchsichtigen Knochenhöhlen, welche auf der durchsichtigen Grundsubstanz hervortraten, gesehen haben.
Nach dieser kleinen Abschweifung ins Gebiet der Structur des definitiven Knochens, kehre ich zu meinem Gegenstand zurück, um diejenigen Thatsachen anzutuhren, die aus meinen Untersuchungen über den zweiten Hauptfactor in der Zusammensetzung des Knochengewebes, d. h. das Erscheinen der Mineralsalze sich ergeben haben. Vor allem will ich mich hier bei den Vorgängen aufhalten, welche in den Ossificationspunkten in dem Knorpelmodell von statten gehen.
Es versteht sich von selbst, dass als Material zu solchen Untersuchungen unentkalkte und gut fixirte Objecte dienen müssen. Unter den von mir behufs bestmöglichster optischer Differencirung der verschiedenen Gewebe erprobten