﻿NOTIZEN ÜBER DIE BILDUNG DES KNOCflENGEWEBES.
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Behandlungsmethoden erhielt ich die besten Resultate von der successiven Färbung zuerst mit Safranin (oder gutem Alauncarmin, falls das Fixirungsmittel keine Osmiumsäure enthielt), dann mit Thionin, endlich mit Picrinsäure. Dabei erscheinen die osteogene Schicht und die anliegenden Bindegewebszellen auf dem allgemeinen gelben Grunde rot, das neugebildete Knochengewebe sattgelb, die Knorpelgrundsubstanz hellblau und die Kerne der Knorpelzellen lebhaft blau gefärbt. Bemerkenswert ist, dass die Kalksalze, insofern sie inv treien Zustande, sei es als winzige Krystalle oder als amorphes Pulver, sind,, bei dieser Combination sich lebhaft rot färben und daher auf dem blauen Grunde infolge des Farbencontrasts sich scharf abheben, so dass man die Möglichkeit gewinnt, das Erscheinen der Salze vom ersten Moment ihres Entstehens an zu gewahren.
Fig. III stellt ein auf obige Weise behandeltes Präparat, nämlich einen tangentiell und etwas schief zu der Längsaxe eines in Entwicklung befindlichen Knochens geführten Schnitt, dar. Wir sehen hier alle drei in verschiedene abstechende Farben tingirte Zonen. Wenn der allgemeine Plan des Bildes von den Zeichnungen, die gewöhnlich in Lehrbüchern und Abhandlungen, welche die Entwicklung des Knochens besprechen, gegeben werden, etwas ab-weicht, so ist der Grund davon die, wie erwähnt, tangentielle Richtung des dargestelten Schnittes, während in den meisten Fällen durch die Mitte des Knochens geführte Längsschnitte abgebildet werden. Somit befinden wrir uns hier ganz an der Oberfläche des Knochens, was für die Beobachtung einigen Vorteil bietet, da man gerade hier die Entwicklungsprocesse- in ihrem Anfangsstadium antrifft, wo sie von den nachfolgenden Veränderungen der Bauelemente noch nicht verdunkelt sind.
In der osteogenen Schicht zeichnen sich durch ihre Grösse besonders die sternförmigen Zellen aus, die wir zu dem embryonalen Typus rechnen.. Die Zeichnung zeigt sie nicht vollständig entwickelt, aber in a. ist eine Linde-gewebszelle abgebildet, die alle übrigen an Grösse übertrifft. Das ist eines der Entwicklungsstadien der sternförmigen Zellen, und schon auf dieser Stufe gewahrt man deutlich das Erscheinen, grober Körnchen in deren Protoplasma, wmlche sich lebhaft von Safranin färben, also basophil sind, Bei dei Betrachtung verschiedener Stellen dieser Schicht, verfolgt man leicht alle Entwicklungsstadien sowohl dieser Granulation als auch der Zellen selbst. Letztei e werden allmälig grösser und senden nach allen Seiten Ausläufer aus, von denen die meisten nach der sich neubildenden Knochensubstanz hinziehen. Weitere Erscheinungen im Sinne des Untergangs dieser Zellen während ihiei Teilnahme am Knobildungsprocess gelingt es hier weniger gut als an nach Welters’ Methode entkalkten Präparaten zu .beobachten. Der Grund davon liegt, scheint es, in der Veränderung der Natur der Granulation selbst in dem Moment, wo dieselbe auf irgend eine Weise anfängt an dern Aufbau der Grundsubstanz teilzunehmen, Zu dieser Annahme leitet wenigstens dei schalte Farbenunterschied zwischen dieser Substanz und der osteogenen Schicht an gefärbten Präparaten. Jedoch, wie bekannt, ist das Wesen der bei dei Färbung der Zellen und der Gewebe statthabenden Vorgänge bisan noch so wenig aufgehellt, die Mikrochemie im ganzen noch so wenig ausgearbeitet, dass