﻿NOTIZEN ÜBER DIE BILDUNG DES KNOCHENGEWEBES.
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positive Erklärungen auf diesem Gebiete nicht möglich sind, und man mit dem blossen Constatiren morphologischer Thatsachen sich begnügen muss. Was die Osteoblasten mit Yacuolen und die Fibroblasten anbelangt, so lassen deren gegenseitige Beziehungen in der osteogenen Schicht an gelungenen Stellen auch an solchen Präparaten sich deutlich erkennen.
Die folgende Zone, d. h. die gelbe Zone der jungen Knochensubstanz, bietet keine besonderen Einzelheiten der Structur oder der Bildung der Gewebe dar, weshalb wir uns bei derselben auch nicht aufhalten wollen. Weit grösseres Interesse stellt die innere Zone des Knorpels vor. Nach obiger Methode behandelt, lässt sie die hellblau gefärbte ganz structurlose, hyaline Grundsubstanz erkennen, auf deren Grunde gruppenweise oder einzeln typische Knorpelzellen zerstreut liegen, so dass das Präparat auf den ersten Blick von dem gewöhnlichen hyalinen sich durch nichts unterscheidet. Doch schon bei 300—400-maliger Vergrösserung werden in lebhaftes Rot gefärbte Granulationen in dem Protoplasma der meisten Zellen sichtbar. Eine homogene Immersion lässt an solchen Stellen ein Bild, wie es auf Fig. IV dargestellt ist, gewahren. Man sieht hier ganz deutlich grössere oder kleinere Körnchen oder Häufchen im Protoplasma, wobei ein Vergleich verschiedener Zellen uns zeigt, wie solche Einschliessungen anfänglich in Gestalt eines feinen Staubes erscheinen, dann allmälig grösser werden und manchmal die gewöhnlichen basalen Granulationen an Umfang bedeutend übertreffen. Der scharfe Farben-contrast würde auch dem winzigsten Körnchen nicht gestatten sich zu verbergen, so dass wir die Ueberzeugung gewinnen, dass in dieser Periode die Knorpelgrundsubstanz keine Spur solcher Körnchen enthält.
Um die weiteren Veränderungen zu sehen, muss man den etwas weiter unten liegenden Schichten des Knorpels sich zuwenden, die aber immer noch an der Peripherie liegen, da die centralen Teile auf einmal ein solches Bild liefern, welches ganz unverständlich wäre, wenn man den Process nicht Schritt für Schritt verfolgt hätte. Etwas tiefer als die beschriebene Schicht finden wir immer zunehmende Mengen roter Körnchen im Protoplasma; dabei erchei-nen eben solche, sehr kleine Körnchen auch in den Knorpelkapseln, anfänglich in geringer Menge, dann in immer grösserer, bis endlich die ganze Kapsel durch die in derselben aneinander gereihten Körnchen ein rosenkranzartiges Aussehen gewinnt. In diesem Moment zeigt sich an dem Umkreise der Knorpelzellen, im Gebiete der secundären Kapseln, gleichsam ein rötliches Wölkchen, welches nur unter den bestmöglichsten Versuchsbedingungen (homogene Im-mersion-i-vollständige schräge Beleuchtung mit einem Oeltropfen an der Frontlinse des Condensors) als aus kaum wahrnehmbaren Teilchen bestehend erscheint, welche im weitern umfangreicher werden, gleichsam zusammenfliessen und schliesslich eine solche Grösse erreichen, dass sie schon bei gewöhnlichen mittleren Vergrösserungen unter dem Mikroscop sichtbar werden. Ein solcher Verlauf dieses Processes leitet zu dem Gedanken, dass die Erarbeitung der roten Körnchen im Protoplasma der Knorpelzellen und auf dessen Kosten, nicht aber in der Grundsubstanz von statten geht. Nur die Zellen als Trägerinnen aller Lebensprozesse besitzen die Fähigkeit zu einer solchen la-boratorischen Thätigkeit; die Grundsubstanz nimmt nur passiv daran teil, da