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NOTIZEN ÜBER PIE BILDUNG PES KNOCHENGEWEBES.
wo ihrer verhältnissmässig sehr wenige sind, besonders an den Stellen, wo die Knorpelbalken sich bilden, und der ungeheuren Menge dieser Zellen in der Wucherungszone.
Der in der Grundsubstanz erscheinende Kalk zeigt die Neigung, sich regelrecht und gesetzmässig zu verteilen. Macht man einen Schnitt durch den Verknöcherungspunkt in der Richtung der Längsaxe eines sich entwickelnden unent-kalkten Knochens, aber nicht tangentiell, wie oben beschrieben sondern durch den centralen Teil der Knorpelanlage, und behandelt ihn mit Safranin, Thionin und Picrinsäure, so sieht man das in Fig. V dargestellte Bild. Dasselbe zeugt davon, dass die die Mineralsalze enthaltende Substanz sich sattrot färbt und in der Zone, wo die Knorpelbälkchen sich aufbauen, stellenweise sich verdichtet und in Gestalt mehr oder weniger dicker gerader Striche zwischen den Bälkchen hinzieht und deren Gebiet begrenzt. Es muss bemerkt werden, dass in diesen Verdichtungen neben amorphen Körnchen feste Körperchen schon in krystal-linischer Form, in Gestalt in allen möglichen Richtungen übereinander liegender Nadeln, erscheinen. Ein Querschritt durch eine passende Stelle weist auf eine etwas verschiedene Verteilung der Kalkablagerungen hin. Hier beobachtet man die Verdichtungen an der Peripherie der grösser gewordenen bläschenförmigen Knorpelzellen, so dass sie im ganzen gleichsam ein Netz mit unregelmässig polygonalen Maschen bilden, in denen die Zellen eingeschlossen sind. Diese zwei Bilder eines Längsschnitts und eines Querschnitts mit einander vergleichend, gelangen wir zu dem Schluss, dass die compactesten Ablagerungen der Mineralsalze gewissermaassen Röhren bilden, in welchen die Knorpelzellen wie in Futteralen liegen.
Indem man die allmälige Entwicklung des Skeletts bei Embryonen verschiedenen Alters verfolgt, sieht man auch, wie diese Röhrchen sich aufbauen, ln einer sehr frühen Periode, wenn der zukünftige Röhrenknochen eben erst durch Bündel enger aneinanderliegender Elemente gewöhnlichen faserigen Bindegewebes angedeutet ist, gewahrt man, dass die Fasern dieses Gewebes sowohl als auch die Längsaxen der zwischen ihnen befindlichen Zellen ausschliesslich in der Richtung der Länge des zukünftigen Knochens hinziehen. Später, wenn der Knorpel auf dem Boden dieses Bindegewebes sich bildet, behalten * die Fasern der Grundsubstanz dieselbe Richtung, was nicht schwer zu beweisen ist, wenn man die Fibrillen der homogenen Grundsubstanz durch passende Behandlung entwickelt. Wenn dann zum ersten Mal der Kalk erscheint, lagert er sich von allen Seiten um die Knorpelzellen herum, doch bieten die natürlichen Bahnen, welche durch die Längsrichtung der Fasern entstehen, günstigere Bedingungen für die Verbreitung der festen Stoffe gerade in diesen langen Bahnen; diesen Weg nehmen auch die parenchymatösen Säfte, da deren fortschreitende Bewegung hier auf geringeren Widerstand stösst. Es unterliegt keinem Zweifel, dass Kalk auch in der Querrichtung sich ablagert, so dass eine jede Knorpelzelle oder eine kleine Gruppe derselben wie in eine Kapsel aus festen Ablagerungen eingeschlossen ist. Das ist auch an Längsschnitten zu sehen, wo kleine rote Streifen die Röhren stellenweise der Quere nach abscheuern; doch ist hier der Widerstand seitens der höher und tiefer gelegenen Zellen weit bedeutender, infolgedessen diese Streifen selbst, die eine Anhäufung