﻿NOTIZEN ÜBER DIE BILDUNG DES KNOCHENGEWEBES.
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fester Körperchen vorstellen, in der Querriclitnng schmaler, schwächer sind. Bei der ersten Anlage des künftigen Üssificationspunktes stossen wir gerade auf solche Verhältnisse. Wenn der Ossificationspunkt vollkommen angedeutet ist, was auch durch charakteristische perichondrale Veränderungen morphologisch sich kundgiebt, so sind die Röhren schon entstanden; sie haben schon ziemlich grosse Festigkeit erreicht, haben ihrem Umfange nach sich geschlossen und Zellenreihen umschlossen. In diesem Moment treten zwei physikalische Bedingungen auf; einerseits Verringerung des Widerstands in der sich bildenden primordialen Knochenmarkhöhle, andererseits Vergrösserung des Drucks seitens der Zone der sich vermehrenden Knorpelzellen. In dieser letzteren Zone, in deren unterem Teil, wo der Kalk schon beginnt sich abzulagern, kann ebenfalls das Erscheinen breiterer Längsstreifen und schmalerer Querstreifen dieses Kalks beobachtet werden; doch ist die Verteilung hier keine so regelmässige, da die jüngeren und nachgiebigeren Wände der Röhren infolge des seitlichen von den sich vermehrenden Elementen ausgeübten Drucks, von der Längsaxe etwas abweichen. Unter dem Einflüsse des nach allen Seiten hin sich verbreitenden Drucks derselben Proliferationsschicht rücken die an dem Ossificationspunkt liegenden neugebildeten Zellen in der Richtung des geringsten Widerstands —im gegebenen Fall nach der primordialen Knochenmarkhöhle-_hin, und geraten in ältere und daher festere Röhren, wo sie eine unter-
geordnete Verteilung in Gestalt von Säulchen annehmen müssen. Somit ist-unter anderen Erklärungen des Aufbaus der Knorpelbälkchen meiner Ansicht nach am wahrscheinlichsten diejenige, dass hier rein physikalische Factoren unter den morphologischen und histogenetischen Bedingungen, die ich oben angeführt, im Spiele sind.
In der Beschreibung des Präparats des tangentiellen Schnitts durch einen in Entwicklung befindlichen Knochen auf Fig. III beschränkte ich mich auf die Bemerkung, dass die erwähnte Behandlungsmethode nichts Besonderes in der mittleren, gelben Schicht enthüllt, wo der neugebildete grobfaserige Knochen liegt. Führen wir aber den Schnitt durch die ganze Dicke des Knochens, so dass ^dessen centrale Teile an den Tag treten, so gewinnen wir die Ueber-zeugung, dass die auf Fig. III abgebildete Zone der jungen Knochensubstanz auf°dem Querschnitt nur deren zwei peripherischen Schichten entspricht. An Präparaten, die auf obige Weise bereitet wurden, sehen wir, in der That, die vollkommen homogene Grundsubstanz mit sehr wenigen Knochenhöhlen, in welchen charakteristische sternförmige Zellen mit kurzen Fortsätzen liegen, welche ausser einem roten Kern und gelblichem Protoplasma keine andern Einzelheiten ihrer Structur erkennen lassen. In den centralen Teilen desselben Knochens sieht man aber schon bei mittlerer Vergrösserung rötliche Färbung der Grundsubstanz, auf welcher zahlreiche in lebhaftes Rot gefärbte Zellen mit langen Ausläufern zerstreut liegen. Stärkere Vergrösserungen zeigen uns, dass der rötliche Ton der Grundsubstanz von den sie massenhaft durchziehenden stark verzweigten Ausläutern, die von Safranin sehr gut gefärbt weiden, abhängt, obgleich die Grundsubstanz selbst, ihre frühere lebhaft gelbe Färbung beibehalten hat. Dieselben Vergrösserungen lassen jetzt sehr klar sehen, dass die lebhaft rote Färbung sowohl der Zellen selbst als auch der Ausläufer durch die