﻿38
NOTIZEN ÜBER DIR BILDEND PFS KNOCHENGEWEBES.
im Protoplasma in grosser Menge betindliclien Körnchen bedingt wild, die zum Safranin grosse Affinität besitzen. Betrachtet man eine Reihenfolge solcher Präparate, so sieht man, wie diese Körnchen in Gestalt eines feinen Staubes im Protoplasma erscheinen, wie sie dann grösser werden, gleichsam zusammen-fliessen, sich in den Fortsätzen verbreiten, endlich in Gestalt ziemlich giossei unregelmässiger Häufchen das ganze Knochenkörperchen so anlullen, dass weder der Kern noch das Protoplasma, welches diese Körnchen ei zeugt hat, noch zu unterscheiden sind. Vergleicht man die Production dieser Körnchen in den Knorpelzellen mit den morphologischen Erscheinungen,, welche ^man an gleichen oder sogar denselben Präparaten in den Zellen der inneren Zone des jungen Knochens beobachtet, so gelangt man unwillkürlich zu dei Annahme, dass man analoge Processe vor Augen hat. Doch ist blosse .Analogie für die Lösung cvtologischer Fragen nicht genügend, und sind diiectere Beweisgründe erforderlich.
In der Zabi der verschiedenen von mir in dieser Richtung ausgeführten Versuche (z. B. Gypsirung der Präparate mittels Schwefelsäure, Untersuchung in polarisirtem und monochromatischem Lichte, b erbrennung u. s. w. (von verschiedenen Farbencombinationen nicht zu reden), erlaube ich mir eine Behandlungsmethode anzuführen, welche höchst instructive Bilder liefert und daher, däucht mir, Beachtung verdient. Behandelt man den einfach mit Weingeist tixirten Schnitt eines sich entwickelnden unentkalkten Knochens 15—20 Minuten lang mit essigsaurem Kupfer als Beize, lässt dann eine wässerige Alizarinldsung unter Zugabe einer geringen Menge concentrirter Lithiumcaihonatlösung einwirken und schliesst das Präparat zuletzt in flüssigen Canadabalsam ein, so stellt sich hei mittlerer Vergrösserung und flüchtigem Ueberblick folgendes Bild dar. Alle Gewebe sind farblos geblieben mit Ausnahme der jungen Kuo-ehensubstanz, deren Grundstoff schwach blau gefärbt ist. Aut diesem blauen Grunde gewahrt man teils ganz farblose Zellen, daneben aber einzelne oder in Gruppen versammelte Zellen, die denselben Eindruck machen wie die Knochenkörperchen auf einem trocknen Schliff. Dieselben sind ganz schwarz und treten daher sehr scharf aut dem schwach oder gar nicht gefärbten, allgemeinen Grunde hervor. Durch ihre Form, Grösse und dem Charakter ihrer Fort-Sätze unterscheiden sie sich in nichts von den soeben beschriebenen, safrani-uophile Körnchen ausarbeitenden Zellen; wie diese liegen sie ebenfalls in den centralen Teilen der Knochensubstanz. Bei starker Vergrösserung unterscheidet man hier zwei eigentümliche Erscheinungen: erstens hat die schwarze barbe liier den Ton von unpolirtem Stahl, zweitens sieht die ganze im Innern der Knochenhöhle befindliche schwarze Masse wie geschliffen aus, da sie aus abgerundeten Kanten und Flächen bestellt. Infolge der scharfen Farbencon-traste ist es nicht schwer die Bildung dieses Stoffes in dem Protoplasma zu verfolgen; bei Betrachtung einer Reihe von Präparaten gewinnen wir die TJeberzeugung, dass die schwarze Masse im Protoplasma zuerst in Gestalt von Körnchen° entsteht, welche dann zu grösseren abgerundeten Häufchen Zusammenflüssen, diese zu noch grösseren u. s. w., bis schliesslich das ganze xvno-chenkörperchen und die davon abgehenden Kanälchen, resp. protoplasmatischen Ausläufer das oben beschriebene Bild liefern. Der Unterschied zwischen diesen