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NOTIZEN ÜBEK DIE BILDUNG DES KNOCHENGEWEBES.
weiter zu gehen jetzt nicht möglich ist; die wenigen von mir angeführten That-sachen eigener Beobachtungen in dieser Richtung dürften vielleicht nur einen neuen Beweisgrund zu Gunsten der Ansicht derjenigen Autoren liefern, welche die Kalkproduction mit der laboratorischen Thätigkeit des Protoplasma verbinden, aber auch nicht mehr.
Indem ich hiemit diese kurzen vorläufigen Notizen über die Genesis der Knochensubstanz beschliesse, halte ich es für meine Pflicht hinzuzusetzen, dass in denselben auf solche Thatsachen hingewiesen wird, deren einzelne Autoren schon früher erwähnt hatten, und die icli nur mittels einer andern Untersuchungsmethode bestätigt, und auf solche, deren Erwähnung ich in der mir zugänglichen Literatur vergebens gesucht habe; diese beiden Categorien von Thatsachen stellen jedoch bisan nur rohes Material vor, welches zur Erforschung des zweiten Hauptmoments in dem Aufbau des Knochengewebes, d. h. des Erscheinens und der Verbreitung der Mineralsalze in demselben, noch bei weitem nicht genügt. Ein jeder, der längere Zeit den Ossificationsprocess stu-dirt, in Bezug auf denselben experimeutirt hat, zweifelt nicht daran, dass die Kalksalze in Gestalt complicirter, diffusionsfähiger Verbindungen entstehen; was für Verbindungen das aber sind, welches ihre chemische Structur im Moment ihres Entstehens ist und welche weiteren Veränderung sie durch Wechselwirkung mit den Elementen der Grundsubstanz erfahren, das alles sind noch offene Fragen, deren Lösung der Mikrochemie der Zukunft Vorbehalten ist. Die Aufgabe der Morphologie beschränkt sich in dieser Beziehung auf die Auffindung im cytologischen Sinne sicherer Verfahrungsweisen, die verschiedenen organischen Verbindungen des Kalks in den Geweben zu bestimmen. Sogar in neuester Zeit dazu vorgeschlagene Methoden (z. B. Behandlung mit Silbersalzen, Purpurin u. s. w.) gestatten zwar die Gegenwart von Kalk in der organischen Substanz zu erkennen, erlauben aber nicht positiv zu entscheiden, was für eine Kalkverbindung man in jedem einzelnen Fall vor sich hat. Solange uns aber die Möglichkeit einer solchen Bestimmung fehlt, können wir der Lösung einer ganzen Reihe von Fragen, die mit der Genesis des Knochengewebes verbunden sind, um keinen Schritt näher rücken.
Die Ueherzeugung von der Zweckmässigkeit, sogar Notwendigkeit, bestimmtere morphologische Merkmale der Kalk Verbindungen in den Geweben zu suchen, ist es, die mich bewogen hat diesen Weg der Forschung zu betreten; leider sind die bisan erhaltenen Piesultate noch nicht sicher genug, um die Beachtuug anderer Forscher, die auf dem Gebiete der Ossifications-fragen arbeiten, zu verdienen.
1/18, 1905. Moskau.
Das verspätete Erscheinen der Abhandlung des Herrn Gardner sowie derjenigen anderer Autoren ist verursacht durch die politischen Ereignisse in Russland und speciell durch die temporäre Einstellung der Arbeiten in den Druckereien.
Die Redaction.