﻿Pros. N. Spasski.
Aus dem physiologischen Laboratorium der K. Universität lomsk.
Vorläufige Mitteilung.
Diu Frage nach der physiologischen Wirkung des Schlangengiftes bietet gegenwärtig, infolge der Aelmlichkeit, die dieses Gift mit den von den Bactérien erarbeiteten Giften offenbart, ein besonderes Interesse. Diese Aelmlichkeit, auf welche zuerst Physalix aufmerksam machte, besteht darin, dass diese Gifte nicht krystallisiren, specifische Producte besonderer Zellen vorstellen, beim Erhitzen ihre Giftigkeit einbüssen und bei wiederholter Einführung in den Organismus Immunität bewirken.
Trotz der Reichhaltigkeit der Literatur über die Wirkung des Schlangengiftes auf den Organismus, ist die Frage nach dem Einfluss desselben aut den Stoffwechsel bis jetzt unerforscht geblieben. In der Absicht diese Lücke nach Möglichkeit auszufüllen und die Wirkung des Schlangengiftes mit der schon bekannten Wirkung der Gifte baeteriellen Ursprungs zu vergleichen, beschäftigte ich mich im Winter 1903 — 4 mit dem Studium des Einflusses des Schlangengiftes auf den Stickstoffumsatz. Zu meinem Bedauern war ich unter dem Drucke von mir unabhängiger Umstände gezwungen meine Arbeit auf unbestimmte Zeit einzustellen, so dass ich in dieser vorläufigen Mitteilung nur die mir zu Gebote stehenden unbearbeiteten Materialien gebe, da mir die Beobachtungen, die ich auf diesem Gebiete gemacht, einiges Interesse zu bieten scheinen.
Zu meinen Versuchen benutzte ich das Gift von Yipera amadytes, welches ich von Dr. Feoktistow 'j erhalten hatte, der schon im Jahre 1888, also schon 15 Jahre früher, mit Schlangengift gearbeitet hatte. Einige von Prof. Ku-
') A. Feoktistow. Experimentelle l ntersucliungen ü
ber Schlangengift. St.-Petersburg 1888.