﻿Das Globulin der Milch.
Lactoglobin.
Synonyme: Quark, fromage, caseum, Käse: schleimige oder käseartige Substanz— Thouvenel, Four er oy, Meggenhofen u. a., Gallaelin—Döbereiner, Quark und Zieger—Schübler, käseartiges Albumin—Orfilla, Thyrin—Hünefeld, Casein—Blamville, Berzelius, Simon, Dumas f Cahours u. a., Käsesäure (acide caséïque)—Braconnot, A- und B- Casein—Schlossberger und Mulder, Casein und Albumin — Quevenne. Doyère u. a., Casein und Gallactin—Morin, Casein und Lactoprotein—Millon «V Commaille, Alkalialbuminat—Kühne, Casein, Lactalbumin und Lactoprotein—Cont-niaille, Casein und Gelactin—Sehni, Caseoalbumin, Caseoprotalbin, und Caseoprot-albinin — Banilewski <V Radenhausen, Casein, Lactoglobulin und Lactalbumin—Sebe-lien, a-, b- und c-Casein—Pfeifer, a- und ß-Casein—Struve, Thyrein—Foster und
Lactoglobin—Moroehowetz.
Von Prof. Leo Moroehowetz.
Geschichte der P r o t e ï n k ö r p e r d e r Mi 1 c h bis z u m J alire 1850. 1. Arbeiten des XVIII Jahrhunderts. Die Darlegung der reichhaltigen dem Studium der Milch gewidmeten Literatur beginnen wir mit den Arbeiten, welche in der Mitte des XY1II Jahrhunderts erschienen und beschränken uns nur auf solche Thatsachen. welche in Bezug auf den Charakter der Protemsub-stanz der Milch ein Interesse bieten. Es versteht sich von selbst, dass wir in den ersten Mitteilungen der Männer der Wissenschaft solchen Thatsachen begegnen müssen, welche aus dem Schatze der vom Volke gesammelten Kenntnisse geschöpft wurden, und deren historischen Schleier zu lüften es mir sowohl an Mut als an G eschicklichkeit gebricht.
Die allbekannte Eigenschaft der Milch, unter der Einwirkung von Lab, verschiedenen Gräsern, sauren Flüssigkeiten, sowie auch unter dem Einflüsse von Vorgängen, die bei mehr oder weniger langem Stehen unter Bildung von Käse (fromage, Quark, caseum) in der Milch selbst stattfinden, zu gerinnen, diente als Material für eine der ersten der Milch gewidmeten Arbeiten—der Arbeit von Geoffroy (1732, 53 p. 22). Die Eigenschaft der Milch, beim Schlagen in Butter sich zu verwandeln und beim Sauerwerden Quark auszuscheiden, veranlassten Malouin (1755, 108 p. 90—1) die in dem Volksbewusstsein schon längst gereifte Formel; „die Milch besteht aus 3 Hauptteilen: Butter, Quark und Molken“ Q in die Literatur aufzunehmen. Um die Molken zu erhalten oder, was dasselbe ist, den Quark auszuscheiden, rät Malouin die Milch mit Teilen gewisser Pflanzen, mit Citronensaft und, unter anderem, mit Cremor tartari (crème de tartre) im Verhältniss von 2 Gran
') „Le lait composé rte trois parties principales:	qui est la partie fromageuse (ou le fromage) et du
Je la crème, qui est la partie butireuse, du caillé,	petit lait qui en est la partie séreuse“ (108 p. 92).