﻿DAS GLOBULIN DER MILCH.
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mass leztere Milch also weniger Quark enthält. Im allgemeinen wurde eine jede Milch von Salzsäure und Essigsäure, von Bleizucker und Sublimat, sobald sie gewärmt wurde, zum Gerinnen gebracht (ib. p. 274). Der Unterschied in den Angaben der verschiedenen Autoren lässt sich, Meggenhofen’s Ansicht nach, durch den Unterschied in der Zusammensetzung der Milch, sowie durch die Verschiedenheit der Eintragungsmethoden der Keagentien in die Milch erklären, infolgedessen es verständlich sei, dass Kuhmilch schwerer gerinnt als Frauenmilch (ib. p. 277). Das ist .aucli der Grund, weshalb Meggenhofen im Gegensatz zu Schübler, der in der Frauenmilch 2,7% Zieger und nur Spuren von Casein gefunden hatte, dieselbe Methode benutzend, fand, dass Lab aus der Frauenmilch (1 : 400—500) wenn auch kein Coagulum wie aus Kuhmilch, so doch jedenfalls grosse Flocken ausscheidet; nach deren Abtrennung gab das Filtrat bei 100° mit %„ destillirtem Essig einen Niederschlag von Zieger, wobei nach dessen Abtrennung Meggenhofen mit Galläpfelaufguss noch einen dritten Niederschlag aus dem Filtrat erhielt Q. Dagegen hatte Schübler in der Frauenmilch 4,3°/0 Casein und 0,8% Zieger gefunden. Ganz natürlich stellt Meggenhofen die Frage an sich, ob die schwerere Gerinnbarkeit der Frauenmilch durch Säuren u. dergl. nicht vielleicht 1) von der Grösse des Caseingehalts, 2) von dem Unterschied in der chemischen Zusammensetzung dieses und jenes Caseins und 3) von einer Substanz, welche die Gerinnung des Caseins verhindert, abhänge. Ohne eine directe Antwort zu geben, stimmt Meggenhofen mit Bergsma darin überein, dass zwischen dem Quark und dem Zieger kein Unterschied besteht, und erklärt, dass durch die Einwirkung von Lab nur ein Teil des Quarks ausfällt, während der übrige Teil durch die andern Bestandteile der Milch in Lösung erhalten wird, bei erhöhter Temperatur unter der Einwirkung von Säuren sich jedoch ausscheidet, wobei die Aufnahme solcher seitens des Quarkniederschlags gewisse Abweichungen von den Eigenschaften des früher ausgefallenen a) (ib. p. 280) erklären dürfte. Diese einfache und natürliche Erklärung bezieht sich auch auf den von Meggenhofen erhaltenen dritten Niederschlag, was folgendes Schema deutlich zeigt:
Milch
-(- Lab bei 35c
1-ster Niederschlag
2-ter Niederschlag
Filtrat Molken
+ Essigsäure bei 100° Filtrat
Molken (Schübler’s) -f- Tannin
3-ter Niederschlag
Filtrat
*) Seine Bestimmungen gaben:
I II III
Trocknes Casein........ 1,23—2,12—2,929
trocknen Zieger........ 1,04—0,27—0,407
vom 3-ten Niederschlag. „ —0,11— „
(115 p. 282).
-) „Ueberhaupt balte ich es mit Bergsma (Berzelius 4-te Jahresbericht p. 239) für nicht erwiesen, dass der Zieger eine vom Käsestoff verschie-
dene Materie ist; es kann bei der Fällung der Milch durch Laabmagen mittels der übrigen Bestandteile der Milch ein Theil des Käsestoffs gelöst erhalten werden, welcher dann, bei höherer Temperatur und durch stärkere Säuren, wie Essig, gefällt, durch Aufnahme desselben an seinen Eigenschaften einige Abweichungen von dem zuerst gefällten Käsestoff zeigen muss“ (115 p. 281).