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DAS GLOBULIN DER MILCH.
Sehr interessante Thatsachen erhielt Meggenhofen auch in Bezug auf Aether.. Nach dem Umschütteln von Milch mit Aether gewahrte er nach einiger Zeit 3 Schichten: die obere bestand aus dem Aether sammt den Fetten, die mittlere— gallertartige—-aus Case'in und die untere—aus einer klaren Flüssigkeit, welche noch Casein enthielt, da nach einem neuen Aetherzusatz die Schicht des gallertartigen Quarks grösser wurde (115 p. 282). Im Gegensatz zu Payen’s Angabe, dass die 1 rauenmilch alkalisch reagirt, fand Meggenhofen, dass sie blaues Lakmuspapier rötet.
Das Studium der Beziehung des Quarks zu der Substanz, welche zu der Zeit „Albumin“ genannt wurde, gab Veranlassung zu der Benennung „Käsealbumin“, „albumine caséeuse“, der wir bei Orfilla (127 p. 466) begegnen. Bei Hünefeld (79 p. 119) finden wir für den Quark die Benennung „Tyrin“ (tupoç-Kâse). Dieser Forscher schied den Quark aus abgerahmter Milch mittels Schwefelsäure aus (ib. p.119). Hünefeld unterscheidet in der Milch Quark und Zieger und vergleicht sie mit dem Blute, indem er meint, dass wie in diesem das Fibrin, so in der Milch der Quark im unlöslichen Zustande enthalten sei (ib. p. 121). Bourdach bestätigt gleichsam diese Ansicht (17 p. 150), indem er sagt, dass dieselben Salze, welche die Blutgerinnung verhindern, auch die Gerinnung der Milch hintanhalten!
Am Ende der 20-iger Jahre begegnen wir für den ausgeschieden Quark der Benennung „Casein“. Diesen Ausdruck scheint zuerst Blainville benutzt zu haben, da in seinem Lehrbuche (1829, 12 p. 325; 13 p. 340) unter den Benennungen der organischen Verbindung der Ausdruck „caseine“. wenn auch ohne irgend eine Erklärung, steht.
Braconnot (19 p. 837) zeigte schon damals, dass verkäuflicher gekochter und ausgewaschener Käse beim Erhitzen sich in 2,6%-igem Aetzkali auflöst. Die alkalisch reagirende Lösung wurde abgedampft und getrocknet (ib. p. 338); das getrocknete Fräparat nannte Braconnot „löslicher Käse“, und es löste sich auch wirklich sowohl in kaltem als in heissem Wasser (ib. p. 339). Um das Product zu reinigen, fällte Biaconnot die erhaltene Lösung mit Schwefelsäure; der ausgewaschene und aufs neue durchgekochte Käse wurde in einer möglichst geringen Menge Aetzkali unter Erwärmen aufgelöst, und die noch warme Lösung mit dem gleichen Volum Alkohol gefällt, der aus Casein bestehende unbedeutende Niederschlag wurde ent— fernt, worauf das Filtrat nach dem Abdampfen einen sauer reagirenden Rückstand hinterliess, den Braconnot deshalb, „Käsesäure, oder Käse—acide caséine ou caséum“ nennt, seihst aber eingesteht, dass ' die Asche dieses Präparats Kalium enthält (ib. p. 342). Wird zur Fällung der Lösung, anstatt Schwefelsäure, Essigsäure genommen und der erhaltene Niederschlag in Wasser mit etwas Ammo-makflüssigkeit aufgelöst und endlich diese ammoniakalische Lösung mit Alkohol gefällt, so ist der ausgeschiedene Niederschlag in Wasser löslich! Diese wässerige Käselösung wird von Mineralsäuren gefällt, wobei unlösliche Niederschläge erhalten werden. Wird jedoch die Lösung mit einer hinlänglichen Menge Wasser versetzt, so bewirkt verdünnte Schwefelsäure weder in der Wärme noch bei gewöhnlicher Temperatur die Bildung eines Niederschlags, während bei Eintragung von Kalkwasser ein Niederschlag erhalten wird. Ebenso verhält sich gegen Schwefelsäure mit 2 Vol. Wasser verdünnte Milch; beim Erwärmen aber gerinnt die Mischung, was Braconnot durch die Gegenwart von phosphorsauren Kalk erklärt (ib. p. 343). Chlorwasserstoffsäure ruft Niederschläge hervor, die in einem Ueberschuss derselben löslich sind. Von Magnesiumsulfat wird die Caseinlösung nicht gefällt; wird aber das Gemenge leicht erwärmt, so bildet sich ein Bodensatz (19 p. 346). Gibourt (54 p. 559) erhielt Niederschläge von Quark bei der Einwirkung sowohl von Säuren als von Alkohol und identificirt diese Niederschläge mit geronnenem „Albumin“ oder Fibrin.	”