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DAS GLOBULIN DER MILCH.
teils suspendirt ist, wie directe Bestimmungen der Casemmenge in der Milch vor und nach dein Filtriren gezeigt haben sollen (ib. p. 266). Vom methodischen Standpunkte aus ist es interessant zu erwähnen, dass die Milch durch einen doppelten Filter filtrirt wurde und anfänglich als trübe Flüssigkeit durchlief, aber gegen Morgen schon in ganz klaren	Tropfen abtropfte (ib. p.	268).	Diese klare Flüssigkeit	nennt
Quevenne 1) „normales	Serum	(sérum normal)“	und	findet, dass es in der Wärme
bei 60° anfängt sich zu trüben und nach dem Erhitzen bis 100° und nachfolgender Abkühlung Flocken ausscheidet, wobei zuweilen Flocken sich schon bei 75°— 80° zeigen. Diesen Niederschlag hält Quevenne in Anbetracht der Bedingungen, unter denen derselbe erhalten wurde, für Albumin, nach dessen Entfernung die Flüssigkeit noch eine Protemsubstanz enthält, da bei abermaligem Kochen bei Gegenwart von Säuren ein neuer Niederschlag entsteht. Schon etwas früher (ib. p. 115) hatte Quevenne die Gegenwart von Albumin in der Milch zugegeben und fand nun factische Bestätigungen	seiner	Annahme (ib. p.	287).	Die filtrirte, farblose	Milch
wird mit Aether, besser mit	Alkohol gefällt;	nach	der Fällung mit einer	Säure
bewirkt Alkohol beim Kochen noch das Ausfallen einer Protemsubstanz. So scheiden sich bei einfachem Kochen 0,62°/o, bei der Einwirkung von Wärme und einer Säure—0,21% und, endlich, durch Alkohol noch 0,06% einer festen Substanz aus. Den ersten dieser Niederschläge—denjenigen, der sich beim Kochen filtrirter, entfärbter Milch, wiederholen wir, bildet—charakterisirt Quevenne folgendermaassen: an der Oberfläche matte, im Bruche glänzende, harte, aber zerreibbare Stücke Q.
Erwähnen wir gleich hier, dass sowohl diese Beschreibung des Niederschlags als auch die von E. Maljutin (109 p. 245) in unserm Laboratorium ausgeführten Beobachtungen zu Gunsten des krystallinischen Charakters dieses Niederschlags, in welchem Maliutin Calciumphosphat fand, zeugen. Somit konnte dieser Niederschlag in keinem Falle Albumin sein, wie Quevenne und in späterer Zeit Zahn (193 p. 598) behaupteten, natürlich unter der Bedingung, bemerken wir, dass die Milch sich nicht in der Säuerungsperiode befand. Was den zweiten und dritten Niederschlag anbetrifft, so bestanden unzweifelhaft beide aus einer Protemsubstanz. Zur Charakteristik der Urteile dieser Autoren ist es interessant zu bemerken, das Quevenne in dem zweiten Niederschlage schon Caseïn zu sehen glaubte, da derselbe nicht durch einfaches Kochen sondern erst bei Gegenwart einer Säure erhalten wurde, während der erste bei blossem Kochen ausfällt, folglich Albumin vorstellt 2)! Auch den dritten Niederschlag sieht Quevenne für Albumin an (137 p. 292—3). Bei Quevenne finden wir eine Angabe auch darüber, dass sowohl durch Filtration entfärbte Kuhmilch als auch gewöhnliche Frauenmilch beim Schütteln mit Aether zwei Schichten bildet: eine obere gallertartige und eine untere flüssige (ib. p. 359),
Dumas & Cahours (41p. 411) schienen nicht zu wissen, dass Blainville, Berzelius und Simon den Ausdruck „Casein“ schon gebraucht hatten, und schlugen ihrerseits, nach dem Beispiel vieler Chemiker, welche auf dieselbe Art eine gewöhnliche Benennung in einen gelehrten Ausdruck verwandelten, vor 3), den Quark der Milch „caséine“ zu nennen, was, ihrer Ansicht nach, dadurch gerechtfertigt er-
*) „La première de ces substance est en fragments blonds, ternes a leur surface, brillants dans leur cassure, durs, mais friables“ (137 p. 290).
2) „... puisqu’elle n’a pu se coaguler seule par la chaleur, et qu’elle l’a fait sous l’influence d’un acide, c’est du caséum. Quant à la première,
disons que quand un serum de lait frais et normal peut former un coagulum floconneux par le
simple effet de l’ébullition, il faut admettre qu’il contient de l’albumine“ (137 p. 290).
3) „Composition de la caséine. Nous désignons sous ce nom le caséum du lait; en changeant la terminaison de ce mot nous ne faisons d’ailleurs que suivre l’exemple donné par quelques chimistes. L’analogie extrême entre l’albumine et la caséine explique et justifie ce changement“ (41 p. 411).