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DAS GLOBULIN DER MILCH.
Weiter findet Elsässer (42 p. 84—100), dass der einzige Unterschied zwischen Frauen- und Kuhmilch das Coagulum sei, welches in beiden durch Behandlung mit der Schleimhaut des Magens erhalten wird. Frauenmilch scheidet ein lockeres und geléeartiges, Kuhmilch dagegen ein dichtes Coagulum aus, was, nach Elsässer, durch den grösseren Case'mgehalt der Kuhmilch (ib. p. 100) sich erklären lasse. Ewähnen wir unter anderem, dass Elsässer bei der Untersuchung der Milch von 386 Ammen fand, dass dieselbe entweder alkalisch oder neutral reagirte.
Schlossberger (152 p. 92) fällte abgerahmte Kuhmilch unter Erwärmen mit Chlorwasserstoffsäure, seihte die Flüssigkeit durch Leinwand und wusch den Niederschlag mit verdünnter Salzsäure, wobei derselbe ein gallertartiges Aussehen hatte und in Wasser, welches eine geringe Quantität Säure enthielt, bei wenig erhöhter Temperatur sich auflöste; nachdem das an die Oberfläche gestiegene Fett abgehoben war, wurde ein ganz klares Filtrat erhalten. In diesem Filtrat erzeugten kleine Mengen Ammoniumcarbonat (ib. p. 92) leicht einen Niederschlag. Schlossberger sammelte den Niederschlag auf dem Filter und nannte ihn A-Casem; das Filtrat fällte er mit Salzsäure im Überschuss, wobei eine geringere Menge Niederschlag—B-Caseïn—erhalten wurde, nach dessen Entfernung im neuen Filtrat noch immer die Gegenwart einer Proteinsubstanz (ib. p. 93) nachgewiesen werden konnte. Nach der Behandlung des A- und B-Casems mit Alkohol und Aether cal-cinirte Schlossberger beide auf dem Silberblech: das erste hinterliess einen schwarzen Flecken, das zweite nicht, wras Schlossberger zu der Ansicht leitet, dass der zweite Niederschlag gar keinen Schwefel enthält. Er nimmt an, dass das Casein aus diesen zwei Körpern besteht (ib. p. 94). Interessant ist unter anderem die Beobachtung dieses Autors, dass in Wasser, welches mit Salzsäure angesäuert war, aufgelöstes Casein bei der Fällung durch Neutralisation einen Niederschlag (A-Casein) ausschied, der in einem Ueberschuss von Ammoniumcarbonat sich vollständig auflöste (152 p. 92).
Analoge Thatsachen führt auch Mulder (124 p. 123) an. Gleich Schlossberger, auf den er sich übrigens beruft, nimmt er an, dass, wie oben dargelegt, (ib. p. 125), drei Proteinkörper in der Milch vorhanden sind. Dabei bestätigt Mulder auch Dumas’s Angabe darüber, dass durch Sättigung der Milch mit Kochsalz ein Niederschlag und ganz klare Molken erhalten werden. Den Niederschlag wusch Mulder mit gesättigter Kochsalzlösung (ib. p. 127). Das Filtrat giebt mit Chlorwasserstoffsäure einen Niederschlag, nach dessen Abtrennung durch Filtration in der Flüssigkeit ein neuer Niederschlag, doch erst beim Kochen, entsteht. Diese Thatsache veranlasst Mulder noch einmal zu der Aussage, dass die Milch drei Proteinkörper enthält, obgleich er gesteht den dritten Niederschlag nicht immer erhalten zu haben (ib. p. 129).
Mit diesen Beobachtungen stimmt auch Walter’s Beobachtung überein (190 p. 315), dass der Quark in Natriumcarbonat sich auflöst und aus der Lösung von Chlorwasserstoffsäure ausgefällt wird. Andererseits fanden Schlossberger’s und Mulder’s Schlüsse einen Gegner an Bopp (15 p. 16), der in Schlossberger’s Beobachtungen einen Fehler hervorhob; er fand nämlich, dass A- und B-Case'in leicht ineinander übergeführt werden können (ib. p. 19), und dass das Casein bei der Ausfällung aus seinen sauren oder alkalinischen Lösungen überhaupt leicht in den Fäl-lungsagentien—Natriumcarbonate und Salzsäure—sich auflöst (ib. p. 18). Um das Casein zu erhalten, verdünnte Bopp (15 p. 16) die Milch mit dem doppeltem Yol. Wasser und fällte sie mit 2%—3°/0-iger Salzsäure, bis das Gemisch deutlich sauer schmeckte. Es ist interessant, dass der in Wasser eingetragene Niederschlag bei 40° (ib.p. 16) offenbar auf Kosten der unbedeutenden Menge Salzsäure, die der Nie-