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DAS GLOBULIN DER MILCH.
50—62 VW 48—60) gehalten wurde, Casein (128 p. 260) nannte. Scherer's und Roch-leder’s Ansicht in Bezug auf die Löslichkeitsbedingungen des Caseins in der Milcln nach welcher das Casein in dieser durch Alkalien und Kalk in Lösung erhalten und aus einer derartigen Lösung von Säuren ausgefällt wird, teilend, nahm Panum ohne weiteres, und ohne von den Arbeiten seiner Vorgänger Kenntniss genommen zu haben, den durch Einwirkung von Säuren (p. n. 106 MM 48—60) erhaltenen Niederschlag für Casein (128 p. 260) an. Sowohl das Serumcasein als auch das aus der Milch mit Alkohol und Aether ausgefällte Casein sind in phosphor sau re m X a t r i u m und auch in den Chloriden löslich, obgleich das Milchcasein (Lactocasein) in den Chloriden schwerer als das Serumcasein sich löst, was Panum der Einwirkung des Alkohols und des Aethers zuschreibt (ib.p. 260). Unverdünntes Serum, erklärt Panum weiter, wird durch Neutralisation nicht gefällt, weil das Natriumphosphat und auch das bei der Neutralisation sich neubildende Salz das ausfallende Serumcasein auflösen, infolgedessen Fällung nur dann statt hat, wenn das Lösungsvermögen der Salze geschwächt ist, was wiederum durch Verdünnung mit Wasser geschieht (128 p. 261). Im folgenden Jahre (1852) findet Panum, dass der Löslichkeitsgrad sowohl des Milchcaseins als des Serumcaseins in sehr verdünnter Essigsäure ein sehr hoher ist, und fügt hinzu, dass zwischen diesen beiden Caseinen kein Unterschied bestehe, dieselben identisch seien (128 p. 260; 129 p. 19). Dem soeben Dargelegten gemäss und in Uebereinstimmung mit Scherer und Rochleder, erklärt Panum weiter, dass das ausgeschiedene Casein eine geronnene Modification desselben, der gelöste Zustand aber dessen Verbindung mit Alkalien und Kalk vorstellt (129 p. 20). Wie Panum es auch nennen möge, ob Casein oder Albumin oder noch anders, es ist nicht zu bestreiten, dass das Milchcasein und Serumcasein oder, richtiger, Serumglobulin oder Seroglobin in Panum’s Arbeiten identificirt sind. Es ist interessant hier zubemerken, dass Moleschott (p. n. 63 MV 61—72) den sich am schwersten niederschlagenden Teil der Proteinsubstanzen des Serums für Casein ansieht, Panum dagegen den sich am leichtesten ausscheidenden Teil derselben Casein nennt. Eine gleichsam mittlere Stellung in Betreff der erwähnten Niederschläge nimmt das Präparat von Milne-Edwards (113 p. 168) ein, welcher Casein des Blutserums den Niederschlag nennt, der aus Serum, dem ein Teil seiner Proteinsubstanzen durch Kochen entzogen wurde, durch erneuertes Kochen, aber nun in Gegenwart einiger Tropfen Essigsäure erhalten wird!
Wenn wir alles, was wir über die Gegenwart des Caseins im Blutserum gesagt haben, in Gedanken überschlagen, so gelangen wir unwillkürlich zu dem Schlüsse, dass wenn auch nicht alles Serum, so doch ein grosser Teil davon, natürlich insofern es die Proteinkörper betrifft, aus Casein besteht! Nicht umsonst sagten wir, dass das XVIII Jahrhundert den nachfolgenden das Programm der Untersuchung der Proteinkörper der Milch als Erbteil hinterlassen hat! Meinte denn nicht schon Hewson vor mehr als hundert Jahren, dass mit Wasser verdünntes Blutserum alle Eigenschaften der Milch besitze und dass die Proteinsubstanz beider Flüssigkeiten eine und dieselbe sei (p. n. 48 V.V 61—72)?
PanunTs Ansicht von der Identität des Caseins und des Seroglobins unterstützt Scherer, oder, richtiger gesagt, Scherer bedient sich der von Panum gewonnenen That-sachen zur Unterstützung seines eigenen, schon früher ausgesprochenen Gedankens über die Identität des Caseins und des Albumins (p. n. 52 VA« 48— 60). Scherer ist der Ansicht, dass, wenn in den Reactionen auch ein Unterschied beobachtet wird, derselbe in dem Zustande dieser Körper, unter welchem sie in den natürlichen Existenzbedingungen sich befinden, seine Erklärung findet; die Grundeigenschaften des Caseins und des Seroglobins sollen dabei garnicht beeinflusst sein, der Unterschied