﻿DAS globulin der milch.
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in den Reactionen aber von der Menge des Wassers und der festen Bestandteile in dieser oder jener Flüssigkeit—der Milch oder dem Serum—abhängen (1852, 151 p. 75). Damit scheint auch der Umstand verknüpft zu sein, dass das Seroglobin von Kohlensäure aus verdünntem Serum ausgefällt wird, während, Scherer’s Worten nach, Fällung des Caseins von dieser Säure noch niemand beobachtet hat (ib. p. 75). Eine nahe Verwandtschaft zwischen dem Casein und dem „Albumin“ erkennt auch Strecker (184 p. 571) an.
In Lehmann’s Arbeiten (96 p. 383; 97 p. 347) begegnet man auch nicht wenig Angaben zu Gunsten der Identität dieser Körper. Doch finden wir bei ihm auch tadelnde Worte über die Gleichgiltigkeit der Autoren in der Wahl der Mittel bei der Aufsuchung des Caseins in den proteinhaltigen Flüssigkeiten. Lehmann hält die Reactionen, welche als dem Casein ausschliesslich angehörig betrachtet werden, für diesen Körper nicht für charakteristisch. So erklärt er die Löslichkeit des Caseins in Alkohol durch die in demselben enthaltenen anorganischen Stoffe, da gut ausgewaschenes Casein nicht nur in Alkohol unlöslich ist, sondern auch in Wasser sich nicht auflöst, folglich in diesem Falle die Eigenschaften des geronnenen Eiweisses aufweist (97 p. 350). Desgleichen kann auch die Bildung einer Haut in der Milch oder in irgend einer andern Caseinlösung für keine Eigentümlichkeit des Caseins gelten, da auch in schwachen Säuren und Alkalien gelöstes „Albumin“ beim Abdampfen eine Haut ausscheidet. Auch Fällung durch Essigsäure ist für das Casein nicht charakteristisch, da albuminhaltige Flüssigkeiten von Essigsäure getrübt, beim Verdünnen mit Wasser sogar gefällt (ib. p. 354) werden. Schliesslich lässt das Casein durch Fällung weder .mit Magnesiumsulfat noch mit Chlorcalcium beim Kochen vom „Albumin“, sich unterscheiden, da letzteres den genannten Reagentien gegenüber sich ebenso wie das Casein verhält (ib. p. 355).
Andererseits führt Lehmann Reactionen des Caseins an, welche mit denjenigen des „Albumins“ seiner Zeit. d. h. des Globulins, identisch sind. Nach Rochle-der’s Verfahren (p. n. 59) bereitetes Casein löst sich in der That leicht in Salmiak, Salpeter und andern neutralen Alkalisalzen auf *), ist aber weder in Wasser noch in Alkohol (97 p. 348) löslich. Es ist interessant, dass Lehmann fand, dass nach Rochleder’s Verfahren bereitetes Casein (97 p. 348; 90 p. 384) sauer reagirt.
Vorhandensein von Albumin in der Milch neben dem Casein. Wenn die dargelegten Thatsachen für die Gegenwart von Casein dort zeugen, wo früher ausschliessliche Gegenwart von „Albumin“ angenommen wurde, und sogar in den Flüssigkeiten, welche das „Albumin“ mit ihren Eigenschaften ausgestattet haben, d. h. mit den Eigenschaften, welche für das sog. „Albumin“ für charakteristisch galten, so zeugt das alles für die Identität dieser Körper. Dies findet seine Erklärung einerseits in dem Mangel an scharfen charakteristischen Reactionen, wie schon erwähnt wurde, andererseits in der factischen Identität der Grundsubstanz der Präparate, welche „Albumin“ und „Casein“ genannt wurden. Wenn gewisse Autoren die Gegenwart von Casein im Serum und dergl. Flüssigkeiten zeigten und dadurch gleichsam das Casein mit dem Albumin identificirten, so fehlte es auch nicht so zu sagen an Gegenbeweisen zu Gunsten derselben Identität: viele Autoren begannen die Gegenwart von Albumin in der Milch anzunehmen.
Nahm man das Vorhandensein von Casein dort an, wo die Flüssigkeit in der Wärme nicht gerann, aber von Essigsäure gefällt wurde, so wurde die „Gerinnbar-
es (das Casein) löst sicli in Auflösungen von Salmiak, Salpeter und andern neutralen Alkalisalzen sehr leicht auf“. (97 p. 348).