﻿DAS GLOBULIN DER MILCH.
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zeitiges Vorhandensein von Casein und Albumin in einer und derselben Milch an, sondern glauben, dass, je nach dem Tiere, die Milch entweder Casein oder Albumin enthält. Im weiteren finden Joly & Filhol, dass Milch, gleich den albuminhaltigen (globulinhaltigen) Flüssigkeiten, bei Zimmertemperatur von allen neutralen Salzen, wenn auch nicht vollständig, gefällt wird. Es ist leicht sich zu überzeugen, dass z. B. Kochsalz keine vollständige Fällung bewirkt: trotz Dumas’s und Figuier’s (p. n. 61) Behauptung bleiben Milchkügelchen zurück. Vollkommenere und schnellere Fällung erreichten die Autoren durch Sättigung mit Salzen bei erhöhter Temperatur. Zu ihrem Erstaunen bemerkten sie, dass auch kohlensaures Natrium und Kalium Milch fällen. Doch scheidet die mit einem Salze gefällte Milch auch beim Kochen nicht sämmtliches Casein aus, da Essigsäure in dem Filtrat eine leichte Fällung bewirkt, was auch bei der Einwirkung von Alkohol beobachtet wird.
Nach den Arbeiten, welche die Fällbarkeit des Globulins des Serums und des Eiweisses durch Salze gezeigt hatten (p. n. 118 MV 48— 60), haben die Thatsachen über die Fällbarkeit der Milch—des Caseins—durch dieselben Salze, soweit dies in den Arbeiten von Joly & Filhol und deren Vorgängern ausgedrückt ist, die Proteinsubstanzen der Milch und das Globulin einander noch näher gebracht. Dieses Verhalten den Salzen gegenüber, soweit es einen mit den Eigenschaften des Globulins ausgestatteten Körper charakterisirt, ist mit wünschenswerter Ausführlichkeit in Denis’s Arbeiten (1856, 28 p. 92) behandelt. Frische Milch wurde mit Magnesiumsulfat in Substanz gesättigt, wobei das Casein in Gestalt schwimmender Flocken sich ausschied; diese wurden von der Flüssigkeit, welche noch einen Stoff enthielt, den Denis Magnesiummolken—petit-lait magnésien—nannte, abfiltrirt. Der auf dem Filter gesammelte Niederschlag wurde ebenfalls mit gesättigter Magnesiumsulfatlösung ausgewaschen, dann samrot dem Filter auf frisches Filtrirpapier gebracht, abgepresst und" zuletzt in einem der genommenen Milch gleichen Volum Wasser aufgelöst; dabei enstand eine etwas opalisirende, sauerreagirende Lösung (ib. 93 und 95). Die erhaltene saline Caseinlösung, in welcher, Denis’s Ansicht nach, die kohlensauren Alkalien, welche das Casein in der Milch in Lösung erhalten, durch Magnesiumsulfat ersetzt sind, weist einen mit den Albuminlösungen (Globulinlösungen, s. p. n. 50 MV 48—60) gemeinsamen Charakter auf, d. h. scheidet bei Verdünnung mit 20 Vol. Wasser und tropfenweisem Zusatz von Chlorwasserstoffsäure bis zur Trübung (28 p. 94) einen Niederschlag von Casein aus. Der auf diese Weise erhaltene Nieder sc hl agis t i n Wasser ganz unlöslich, löst sich aber leicht in Salzlösungen auf (28 p. 95). Dem soeben Gesagten gemäss ist bei stärkerem Abpressen des durch Sättigung der Milch mit dem Salze erhaltenen Niederschlags dieser z. B. in 40 Vol. Wasser nicht mehr ganz löslich, da bei dem Abpressen ein Teil des Salzes in das Papier übergegangen ist (ib. p. 96). Sorgfältig bereitetes Casein ist in Salzen löslich; den Salzen verdankt es auch seinen Zustand in der Milch (ib. p. 97). Das Casein ist in Wasser nicht nur unlöslich, es büsst auch noch, wenn es einige Zeit unter Wasser gelegen hat, seine Löslichkeit in Salzen ein, da es schon verändert— modifée. wie Denis es nennt—erscheint; in frisch gefälltem Zustande löst es sich in Wasser welches eine unbedeutende Menge Alkalicarbonat enthält, wobei die Lösung alle Eigenschaften des in der Milch enthaltenen Caseins bekommt '). Wird zu dem in Wasser suspendirten Casein Salzsäure 1%0 zugesetzt, so entsteht eine saure Caseinlösung. Frisch gefälltes in Wasser suspendirtes Casein löst sich überhaupt Dicht in Lösungen von Kalium-, Natrium- und Ammoniumsalzen, in Salzsäure,
') „Après avoir étendu d’eau cette même ca- la rend positivement alcaline, comparable à celle séioe soluble, fort peu de carbonate de soude du lait ■ (28 p. 98).