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DAS GLOBULIN DEE MILCH.
Phosphorsäure, Schwefelsäure und anderen Säuren auf, wobei die erhaltenen Lösungen in der Wärme gerinnen. Alkalicarbonate sowie freie Alkalien lösen das Casein in weit geringeren Mengen und viel schneller auf, wobei Kochen keine Fällung bewirkt (ib. p. 99). Aus den Lösungen in neutralen Salzen wird das Casein von Wasser, wenn auch nicht vollständig, ausgefällt; die Gerinnungsteinperatur des Caseins scheint in diesen Lösungen zwischen 55° und 90° zu liegen. Sowohl Aether als Alkohol fällen saline Caseinlösungen. Bei der Sättigung saliner Caseinlösungen mit Chlornatrium beobachtete Denis keine Fällung, aber Magnesiumsulfat rief unter diesen Umständen vollständige Fällung des Caseins hervor, wobei die Niederschläge die Eigenschaft behielten in Wasser, natürlich auf Kosten des zurückgehaltenen Salzes, sich aufzulösen (28 p. 101). Nach dem Abfiltriren des bei der Sättigung der Milch mit Magnesiumsulfat entstandenen Niederschlags scheidet das Filtrat beim Kochen einen Niederschlag aus, den Denis für die Substanz ansieht (ib. p. 181), die er Serin, also wieder Globulin (p. n. 112 AM 48—60), benannt hatte. In der Folge kehrt Denis zu dieser Frage zurück und bestätigt das oben Dargelegte, wobei er besonders hervorhebt,	dass	der durch	Sättigung mit Magnesiumsulfat	in der Milch ent-
stehende Niederschlag bei Zersetzung mit Wasser sich auf Kosten der im Niederschlage enthaltenen Salze (29 p. 189—90) leicht auflöst, von einer grossen Menge Wasser aber, und wenn es in demselben liegen bleibt, in den unlöslichen Zustand übergeführt wird (ib. p. 191), was Denis der gleichzeitigen Einwirkung von Luft und Feuchtigkeit zuschreibt (ib.p. 192).
Nach allem über das Casein Gesagten, namentlich aber nach Denis's Arbeiten bleibt kein Zweifel übrig, dass das ausgeschiedene Casein alle Eigenschaften der Globuline besitzt, wT e s h	a 1 b wir uns schon hier	erlauben das-
selbe „Globulin der Mile h“ oder „Lactoglobin“ zu nennen.
Etwa	drei	Jahre nach	Denis's letzter Arbeit stattet	Schmidt, dem De-
nis's Arbeiten ganz unbekannt waren, das Casein auch mit den übrigen Attributen des Globulins (154 p. 447 und 540) aus: dasselbe könne auch „fibrinoplastische Substanz“ (p. n. 120 W 48—60) genannt werden; nicht genug: nach der Vergleichung der Beactionen des Seroglobins und des nach Bochleder’s Verfahren dargestellt Caseins (p. n. 59) findet Schmidt diese Substanzen ganz identisch und nennt das Seroglobin nur deshalb nicht Casein, weil er die Abhängigkeit des ersteren von dem Orte seiner Herkunft, den Blutkörperchen, zeigen will *)!
Durch obige Thatsachen wird der globulinähnliche Character des Caseins, wenigstens	vom	Standpunkte	der damaligen Autoren aus,	festgestellt. Nichts-
destoweniger sieht Milne-Edwards (113 p. 168), der die Ungerinnbarkeit der Milch beim Kochen für besonders charakteristisch für das Casein ansieht, für Casein des Blutserums—caséin hématique—den Niederschlag an, welcher durch Einwirkung von Essigsäure beim Sieden erhalten wird, nachdem alles, was durch blosses Kochen aus dem Blutserum sich ausscheidet, entfernt worden ist; Hoppe-Seyler aber, und vor ihm auch schon Morin (p. n. 69), fand, dass auch das Casein in der Hitze gerinnt, aber nur bei hoher Temperatur, nämlich bei 130° in zugeschmolzenen Bohren: bei 125° beobachtete Hoppe-Seyler keine Gerinnung (74 p. 3; 73 p. 418). Zugleich führt der Autor seine Beobachtungen auch über die Fällbarkeit des Caseins durch Chlorcalcium und Magnesiumsulfat an. Millon A Commaille (110 p. 30) halten für Casein
’) >A\ie man sieht, zeigt das chemische Yer-	teren Verlaufe als Globulin ansprechen und der
halten dieser Substanz wesentliche Uebereinstim-	Kürze wegen auch so bezeichnen werde, so ist
mungen mit dem des Alkalialbuminates und des	damit vor allem ihr Ursprung aus den Blutzellen
nach Rochleder’s Methode dargestellten sogenann-	ihre physiologische Deutung gemeint“ (154 p. 440''
ten coagulirteu Caseins. Wenn ich sie im wei-	'	1	* '	'