﻿BAS GLOBULIN DEN MILCH.
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2) Physik alische Methoden. A. Historische Thatsach en. Neben der von Hoppe-Seyler aufgeworfenen Frage nach der Löslichkeit des Lacto-globius in der Milch auf Kosten chemischer Agentien, fing man an, diese Frage wiederum auch vom physikalischen Standpunkte aus zu studiren.
Millon & Commaille (1865, 111 p. 118) bemerkten, dass mit 4 Vol. Wasser versetzte Milch auf dem Filter einen Rückstand hinterlässt, welcher sich von dem gewöhnlichen durch Fällung mit Essigsäure erhaltenen Casein durch nichts unterscheidet. Diese Beobachtung veranlasst die Autoren zu behaupten, dass ein Teil des Caseins in der Milch suspendirt ist, der andere, grössere, Teil dagegen im gelösten Zustande sich befindet und aus der Milch durch Einwirkung von Säuren: Essigsäure Schwefelsäure, Salpetersäure, Phosphorsäure und Oxalsäure ausgeschieden wird. Commaille (24 p. 118), der das Vorhandensein des Caseins in der Milch teils in sus-pendirtem, teils in gelöstem Zustande annimmt, spricht die Meinung aus, dass die Milch in der Brustdrüse ausschliesslich gelöstes Casein enthält und alkalisch reagirt; nach der Ausscheidung aus der Drüse nehme sie nicht nur die saure Reaction an, ohne welche Commaille Kuhmilch niemals angetroffen hat, sondern das Casein aus solcher Milch gehe auch in den suspendirten Zustand über, und gelöstes Casein sei darin nicht mehr vorhanden, was leicht durch Filtration dargethan werden könne. Ferner giebt Commaille (ib. p. 119) in der Milch die Gegenwart von Albumin zu, welches er „lactalbumine“ und „lactoproteino“ nennt, wovon wir schon gesprochen haben (p. n. 72). Acht Jahre später erinnert Commaille den Leser gleichsam an das, was er früher gesagt hatte, indem er das soeben Dargelegte fast wörtlich wiederholt (1874, 25 p. 1359). Den Schlüssen der genannten Autoren stimmt auch Kwi-cynski (92 p. 12 u. and.) bei, indem er gleichfalls das Vorhandensein eines Lactal-bumins und Lactoproteins zugiebt.
\on Hoppe-Seyler’s (p. n. 72) Versuchen ausgehend, benutzte Zahn (193 p. 598) poröse Thoncylinder, in welchen entfettete und caseinfreie Milch infolge des negativen Drucks, der in den Cylindern mittels einer Bunsen’sche Wasserpumpe hervorgebracht wird, durchsickert. In Zahn s Versuchen reagirte die Milch meist sauer, doch war in diesem Filtrat immer, obgleich in geringer Menge, ein Körper vorhanden, welcher beim Kochen ausfiel und von Zahn für Albumin angesehen wurde. Ein Niederschlag wurde im Filtrat auch durch Alkohol erhalten: Essigsäure erzeugt jedoch keinen Niederschlag, Salpetersäure bewirkt zwar einen solchen, löst ihn aber sogleich wieder auf und färbt die Lösung beim Kochen gelb. Diese Reactionen hielt Zahn für genügend, um behaupten zu können, dass das Filtrat in der Wärme gerinnendes Albumin enthält, dessen Gehalt bis 0,108—1,4% geht (ib. p. 602). Im weiteren kochte Zahn die Milch, bevor er sie durch die porösen Cylinder filtrirte und fand, dass in diesem Fall das Filtrat beim Kochen schon keine Niederschläge mehr ausschied. Seiner Meinung nach würde das darauf hinweisen, dass das Albumin schon beim Kochen der Milch sich ausgeschieden hatte (ib. p. 604) obgleich das Filtrat nicht nur mit Salpetersäure sondern auch mit Essigsäure eine Reaction gah, welche unzweifelhaft auf die Gegenwart von Albumin, wenn auch in unbedeutender Menge, hinwies (ib.p. 604).
Kehrer (1871,84 p. 1) wiederholte Zahns’s Versuche, indem er die Gummikapsel durch Pfropfen und die Bunsen’sche Pumpe durch eine gewöhnliche Luftpumpe ersetzte. Im ganzen bestätigt er Zahn’s Angaben und findet gleich ihm, dass auch das Filtrat der Frauenmilch diese Reaction giebt (ib. p. 28).
Nachdem jedoch Schwalbe (163 p. 66), durch vorläufige Versuche von der Ungerinnbarkeit der Milch durch Senföl (1 Tropfen auf 10—20 gr. Milch) im Laufe mehrerer Monate sich überzeugt hatte, fand er, dass bei lange andauernder Filtration durch poröse Cylinder zuerst Albumin, dann Albumin und Casein übergehen,