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DAS GLOBULIN DER MILCH.
hervorbrachte. Ein jeder der porösen Cylinder der Batterie war in einen besonderen, mit Milch angefüllten Glasbecher von entsprechender Höhe gestellt. Es wurde frische Milch dazu genommen, welche gewöhnlich amphoter, zuweilen schwach sauer reagirte. In der warmen Jahreszeit wurden diese Becher, um Veränderung der Milch zu verhüten, in Eis gestellt. Uebrigens kann man hei der Benutzung einer solchen Batterie in kurzer Zeit eine für die Analyse genügende Menge Milch erhalten, ohne dabei eine fermentative Wirkung befürchten zu müssen. So fand denn E. Maliutin, dass die in den ersten 10 Minuten, nachdem die Pumpe in Thätigkeit gesetzt wurde, erhaltenen Portionen des Filtrats nur Wasser und Zucker enthielten: gewöhnliche Analyse liess weder Salze noch Eiweiss (Millon’s Reagens) entdecken. Die zweite, nach ya—stündigem Pumpen genommene Portion des Filtrats war eine ganz klare Flüssigkeit, welche „schwach alkalisch reagirte, beim Kochen sich trübte und einen feinen filzartigen Niederschlag ausschied, den 1 Trop- ^ feil Salpetersäure zum Schwinden brachte; der Zusatz grösserer Quantitäten Salpetersäure und auch Millon’s Reagens wies auch in dieser Portion kein Eiweiss nach.
Die Reaction auf Ammoniummolybdat lässt in der Flüssigkeit die Gegenwart von Phosphaten erkennen“. Das eine Stunde nach dem Beginn der Filtrationen genommene Filtrat stellt ebenfalls eine farblose Flüssigkeit vor „aber schon von compli-	*
cirterer Zusammensetzung. Der Geschmack erinnert an frischgemolkene Milch; beim Kochen entsteht Trübung unter Ausscheidung eines feinflockigen Niederschlags. Zusatz eines Tropfens Salpeter- oder Essigsäure oder überhaupt irgend einer Säure sowie Durchleitung von Kohlensäuregas (nachdem die Flüssigkeit abgekühlt ist) bringt den Niederschlag zum Schwinden; wird aber eine grössere Menge Salpetersäure zugesetzt, so bilden sich grössere Eiweisscoagula, und die ganze Flüssigkeit bekommt eine gelbliche Färbung (Xantoproteïnreaction)“. E. Maliutin bemerkte bei diesen Versuchen, dass das Filtrat viel alkalischer war als die zur Untersuchung genommene Milch: „folglich, wenn die Milch schwach sauer reagirte, so reagirte	jj
das Filtrat neutral oder schwach alkalisch, war dagegen die Reaction der Milch amphoter, so reagirte das Filtrat unzweifelhaft alkalisch“. Ein solches Verhalten wurde bei den Versuchen beobachtet, welche nur kurze Zeit, 1—2 Stunden, dauerten; liess man dagegen die Cylinder „10—12 Stunden in der Milch stehen, su wurde zwar die ausserhalb der Cylinder befindliche Milch nicht sauer, d. h. schlug * sich beim Kochen nicht nieder, die innerhalb befindliche Flüssigkeit aber reagirte ebenso wrie die aussen befindliche Milch oder sogar saurer“. Diese Flüssigkeit schied beim Kochen einen voluminösen Niederschlag aus, den 1 Tropfen Salpetersäure nicht zum Schwinden brachte und der sich deutlich als Eiweiss kund gab (ib. p. * 250—1). Bei der Untersuchung des obenerwähnten krystallinischen Niederschlags, welcher beim Kochen der nach kurzer Zeit. z. B. nach */2 Stunde, durchfiltrirten Flüssigkeit erhalten wurde, fand Maliutin, dass derselbe alle Eigenschaften der phosphorsauren Erdalkalien, vornehmlich des Calciumphosphats besass, worüber wir. wie erwähnt (p. n. 58), einige Angaben bei Quevenne finden. Die soeben beschriebenen Beobachtungen berechtigten E. Maliutin zu der Aussage, dass bei sorgfältiger Ausführung der Filtration der Milch durch poröse Cylinder innerhalb dieser eine Flüssigkeit erhalten wird, welche alkalischer als die zum Versuche genommene Milch reagirt und heim Kochen nicht Albumin sondern Phosphate ausscheidet. Eiweiss dagegen kann beim Kochen (des Filtrats) nur in dem Falle ausfallen, wenn die in dem Cylinder befindliche Flüssigkeit sauer wird und der Gerinnungsprocess des Eiweisses in derselben mit einem solchen in gewöhnlicher Milch identisch ist“. Im weiteren findet Maliutin, dass beim Kochen genuiner Milch die Phosphate nicht ausfallen, da gekochte frische Milch durch die porösen