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Cylinder ein Filtrat ausscheidet, aus welchem beim Kochen sich ausschliesslich Phosphate niederschlagen. Somit gehen die Bedingungen, welche die erwähnten Phosphate in der geuuinen Milch in Lösung erhalten, nicht in das Filtrat über, wohin offenbar die löslichen Phosphate dank der sie begleitenden Kohlensäure, die beim Kochen abgetrieben wird und unlösliche Phosphate zurücklässt, übergehen. Die Richtigkeit dieser Schlüsse prüfte Maliutin durch folgenden ^Versuch. „Es wurde eine Lösung von Calcium- uud Magniumphosphat in Kohlensäure bereitet und das gleiche Volum 0,1%-iger Milchsäure zugegeben. Diese Flüssigkeit reagirte sauer, und die Phosphate fielen beim Kochen nicht aus; nachdem aber die Flüssigkeit durch die porösen Cylinder gedrungen war, reagirte sie neutral und schied beim Rochen einen unfangreichen flockenartigen Niederschlag aus“.
Maliutin’s Versuche wiederholend, bedienten wir uns der Chamberland’schen porösen Cylinder (Kerzen), die in den Pasteur-Chamberland’schen Filtern benutzt werden. Das Rohr dieser Cylinder wurde mittels eines dickwandigen Gummirohrs mit einer Quecksilberpumpe verbunden, worauf der Cylinder in einen Becher mit Milch gestellt und die Pumpe in Thätigkeit gesetzt wurde. Dieses Verfahren ist unstreitig einfacher und bequemer als alle früher beschriebenen, von Müller, Zahn u. and. angewandten Methoden. Mittels der Chamberland’schen Cylinder angestellte Beobachtungen bestätigen vollkommen (ib. p. 253) Maliutin’s Schlüsse, wonach „das aus der Milch in den porösen Cylindern erhaltene Filtrat beim Kochen einen Niederschlag ausscheidet, der nicht aus Eiweiss sondern aus Calcium- und Magnium-phosphaten besteht, welch letztere infolge der Entweichung der sie in Lösung erhaltenden Kohlensäure ausfallen; das Eiweiss in die ersten Portionen des Filtrats garnicht übergeht und dessen Gegenwart in demselben sogar mittels so empfindlicher Reagentien wie das Millon’sche nicht nachzuweisen ist; und in den nachfolgenden Portionen das Eiweiss beim Kochen zwar durchdringt, aber nicht ausfällt, es sei denn, dass das Filtrat sauer geworden sei“. Im allgemeinen „zeigt ein richtig nach Zahn’s, Methode ausgeführter Versuch, dass die Milch Eiweiss enthält, welches aber, gleich dem Casein, in der Wärme nicht gerinnt, ob es durch poröse Cylinder filtrirt werde oder sich neben dem Casein in der Milch befinde. In Zahn’s Versuch entstand ein Fehler dadurch, dass er den beim Kochen des Filtrats erhaltenen Niederschlag nicht untersuchte und die ausgeschiedenen Phosphate deshalb für Eiweiss ansah, weil infolge der langen Dauer des Versuchs das Filtrat sauer geworden war, und das Casein sich daher beim Kochen ganz ebenso ausschied wie in genuiner saurer Milch (ib. p. 253—4).
Im allgemeinen darf man annehmen, dass für das Vorhandensein eines vom Casein verschiedenen, in der Wärme gerinnenden Proteinkörpers in frischer Kuhmilch es keinen Beweis giebt.
Neue Beweisgründe zu Gunsten der Identität des Caseins und des Seroglobins. Im Jahre 1872 finden wir in Hammarsten’s Arbeit neue Thatsachen, welche die Identität des Caseins mit dem Globulin beweisen. Hammarsten (62 p. 119) vermischte Milch mit 2 Vok gesättigter Kochsalzlösung und setzte dann von demselben gepulverten Salze so viel hinzu, als sich bei der Erwärmung des Gemenges auf 36°—38° (ib. p. 119) auflöste. Der Niederschlag löste sich in Wasser so, wie die Globuline unter denselben Bedingungen; aus der aufs neue erhaltenen Lösung wird das Lactoglobin von Salzlösungen ausgefällt. In der Folge zog Hammarsten es vor (63 p. 135) zur Fällung des Caseins kalkhaltigen Kochsalzes sich zu bedienen, wobei er empfiehlt die Fällung und das Waschen bis dreimal zu wiederholen. Eine solche Caseinlösung mit der Milch vergleichend, findet er einen Unterschied zwischen denselben nur in physikali-