﻿BAS GLOBULIN BER MILCH.
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auch von Liebermann nicht bestritten (104 p. 283): nach der Ausscheidung des Caseins und des „Albumins“ bleibt noch eine Proteinsubstanz zurück, die in der Wärme nicht gerinnt. Köster (89 p. 14) scheidet Millon & Commaille’s Lactopro-tein mit 96°-igem Alkohol aus.
Das Verhalten des Caseins zu den Salzen—Löslichkeit in schwachen Lösungen und Unlöslichkeit in conceutrirten—in Betracht ziehend, stellt Heynsius (72 p, 514) dasselbe in die Keihe der „Globuline genannten“ Körper.
Schliesslich erklärt Hoppe-Seyler (76 p. 240) die Aussagen der älteren Autoren, welche die Gegenwart von Casein in den verschiedenartigsten Flüssigkeiten Zugaben, dahin, dass diese Autoren das Globulin für Casein hielten, welches, Hoppe-Seyler’s Ansicht nach, dem Globulin am nächsten steht (ib. p. 240).
Wie interessant diese von Hoppe-Seyler gegebenen Erklärungen für unsere Zwecke auch sein mögen, so können wir doch nicht umhin zu erkennen, dass Hoppe-Seyler, der mit der Geschichte der Verbreitung des Caseins wenig bekannt war, unzweifelhaft einzelne Fälle berücksichtigte, in denen er natürlich recht hatte; im weiteren Sinne aber wäre es schwer zu sagen, was nicht alles für Casein angesehen worden ist.
Wie um das über die Verwandschaft des Caseins mit dem Globulin Gesagte zu bekräftigen erinnert Hoppe-Seyler wieder (ib. p. 240) an die Fällung de? Caseins aus verdünnter Milch durch nacheinander folgende Einwirkung von Essigsäure und Kohlensäure (p. n. 126 NA» 48—60), ein Verfahren welches seit Kühne und später durch Weyl (191 p. 636) zur Darstellung des Seroglobins in Anwendung kam. Ausserdem wandte Makris (107 p. 21) in demselben Laboratorium auch die Fällungsmethode mit Magnesiumsulfat bis zur Sättigung an, wonach die Milch mit 10 Vol. derselben gesättigten Salzlösung versetzt wurde: beim Erwärmen und Ansäuern mit Essigsäure schied das Filtrat Albumin aus. Auf diese Weise zeigte Makris, dass Frauenmilch nicht nur Casein erhält, sondern hier mehr davon ausgeschieden wird, als sog. „Albumin“ zurückbleibt (ib. p. 25). Zudem findet Makris noch, dass bei der Behandlung der Milch mit gesättigter Magnesiumsulfatlösung unter Ansäuern mit Essigsäure und Zusatz von Aether nur das Casein ausfällt, das Milchalbumin bei dieser Operation aber unverändert bleibt (ib. p. 28).
Wenn man das soeben Gesagte mit Makris’ eigner Beobachtung (ib. p. 21) vergleicht, dass nach der Sättigung der Milch mit Magnesiumsulfat in Krystallen und nach der Versetzung mit 10 Vol. gesättigter Magnesiumsulfatlösung ein solches Filtrat nach dem Ansäuern erst beim Kochen einen Niederschlag ausschied, so gerät man unwillkürlich auf den Gedanken, dass die Autoren bei der Fällung der Prote'insubstanzen des Blutserums (p. n. 160 .W 48—60) denselben Weg genommen hatten! Auch hier bemerkt man dieselbe Gesetzmässigkeit in dem Verhalten der Beobachter den proteïnhaltigen Flüssigkeiten gegenüber: der eine der „Körper“ wächst quantitativ auf Kosten des andern an. In der Frauenmilch wurde Vorhandensein von Casein garnicht anerkannt, jetzt mehrt es sich und übertrifft an Menge sogar das Albumin! Ueberdies berechtigen diese unter Hoppe-Seyler’s Anleitung (107 p. 20) von Makris angestellten Beobachtungen zu der Hoffnung, dass alle Proteïnsubstanzen der Milch in Gestalt von Casein ausgeschieden werden können, da Sättigung und Ansäuern schon im Hünereiweiss und im Blutserum vollständige Fällung der Prote'inkörper in wasserlöslicher Form bewirkt!
Um möglichst reines Casein zu erhalten, empfiehlt Hammarsten (65 p. 158) die Milch mit 4 Vol. Wasser zu verdünnen und mit Essigsäure zu fällen, den Niederschlag mit Wasser zu waschen, in einem Alkali aufzulösen, die Lösung wieder mit Essigsäure zu fällen u. s. w. bis 3-mal. Schliesslich behandelt man den mit
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