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DAS GLOBULIN DER MTLCÖ.
Wasser ausgewaschenen Niederschlag mit Alkohol, indem man das Gemenge zu einem möglichst dünnen Brei verreibt und dann rasch filtrirt, wonach die Alkoholreste mittels Aether entfernt werden. Der Aether verflüchtigt sich sowohl hei dem Verreiben des Präparats in offenen Gefässen als auch beim Trocknen bei 100°. Das schneeweisse Pulver ist fast aschenfrei, ausser Spuren von Kalk (ib. p. 159). Das beim Verreiben in Wasser mit feingestossenem Calciumcarbonat erhaltene Pulver löst sich unter Entwicklung von Kohlesäuregas (ib. p. 160); doch wird das Case'in von Säuren nicht immer aus den Lösungen ausgeschieden. Nach Hammarsten, erklärt sich dies durch die Gegenwart eines neugebildeten Salzes, da frischgefälltes Case'in sich leicht in Chlornatrium löst, aber unter dem Einfluss von Wasser und einem Ueberscliuss der zur Fällung genommenen Säure in den unlöslichen Zustand übergeht. Auch Hammarsten erkennt in dem Casein den Charakter der Globuline an (65 p. 163). Ausser dem, was über Hammarsten’s Arbeiten schon gesagt worden ist, muss bemerkt werden, dass auch Hammarsten beobachtet hat, dass das im feuchten Zustande befindliche Casein nach dessen Ausscheidung aus der Milch seine Löslichkeit einbüsst (65-a, p. 163). Je mehr Säure zum Fällen genommen wird, desto schneller geht der Uebergang des Caseins in den unlöslichen Zustand von statten. Um reines „Casein“ zu erhalten, löste man die obenerwähnten Niederschläge in alkalinisirten Wasser auf und fällte die Lösung aufs neue mit einer Säure; nach zweimaliger Behandlung auf solche Weise wurde das Präparat in alkalinisirtem Wasser aufgelöst und solange dialysirt, bis das Dialysat nicht mehr auf Chlor reagirte (ib. p. 160-1).
Musso & Menozzi (125 p. 131) erklären ihrerseits, dass vollständige Fällung der Proteine nach der Entfernung des Caseins nicht erfolgen könne, da das Molkenfiltrat nach dem Kochen noch Proteine enthält, was besonders leicht nach dem Abdampfen desselben bis zu % des anfänglichen Volums beobachtet wird (ib. p. 131). Die auf diese Weise verdickte Flüssigkeit zeigt schon die gröberen Reaction des Globulins. Nencky (126 p. 1043), auf den genannte Autoren sich berufen, entfernte das Albumin aus dem Serum (den Molken) durch Einwirkung von Säuren bei Gegenwart von Kochsalz (125 p. 132) vollständig. Zugleich bemerkten sie, dass das Verhalten der Temperatur, bei der das Casein unter dem Einfluss von Säuren sieh ausscheidet, sowohl in quantitativer als in qualitativer Beziehung nicht weniger interessant ist. Bei der Behandlung bis auf 0° abgekühlter Milch mit Säuren beobachten Musso & Menozzi Ausscheidung von 0,50—0,75 grm. Milchsäure auf 100 grm. Milch. Dass hier sämmtliches Casein ausgefallen war, erhellte aus dem Umstande, dass das Filtrat bei derselben Temperatur, aber einer grösseren Quantität Milchsäure keine Niederschläge mehr ausschied. Ein solches Filtrat kann in der Kälte (0°, auf dem Eise), lange Zeit unverändert bleiben; es genügt aber dasselbe eine Zeitlang bei 3—4° stehen zu lassen, damit zuerst Trübung, dann auch ein Niederschlag erscheine (ib. p. 137). Musso & Menozzi finden überhaupt, dass bei 0° die grösste Menge Milchsäure nötig ist, dass aber mit dem Steigen der Temperatur für eine und dieselbe Fällung die Menge der Säure bis zu einem gewissen Grade abnimmt, wonach die Milch schon von selbst, ohne Einwirkung von Säuren—nämlich beim Erhitzen bis 130°—150° in zugeschmolzenen Rohren—gerinnt.
Die Musso & Menozzi’s Arbeit beigefügte Tabelle dient zur Erklärung der Einzelheiten ihrer Versuche, wobei die Säuremengen, welche 100 cc. Milch bei verschiedenen Temperaturen zu fällen vermögen, in Milligrammen ausgedrückt sind (125 p. 139).
Eugling (43 p. 92) fand, dass sowohl mit Lab versetztes, als auch mit 20 Vol. Wasser verdünntes Colostrum bei der Einwirkung von Kohlensäure einen Nie-